MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Petra Schneider
Freundliche Worte und manchmal keine freundliche Antwort
Zugbegleiterin
07929 Saalburg-Ebersdorf
Als Zugbegleiterin ist Petra Schneider ständig unterwegs, vielen Menschen begegnet sie dabei, selbst ihr Schulrussisch ist ihr dabei noch von Nutzen (auch wenn es Leute gibt, die es für Türkisch halten). Nicht immer werden ihre freundlichen Worte genauso erwidert, alle Probleme, für die die Deutsche Bahn einzustehen hat, werden bei ihr abgeladen. Doch noch immer hat sie Freude an ihrem Job, einen Platz hinterm Schreibtisch konnte sie sich nie vorstellen.
Geboren 1961 in Schleiz, aufgewachsen im vogtländischen Mühltroff im Kreis von sechs Geschwistern, darunter ihre Zwillingsschwester, entschied sie sich nach dem Abschluss der 10. Klasse zu einer Lehre bei der Deutschen Reichsbahn. Aus Erzählungen ihres großen Bruders, der ebenfalls dort angeheuert hatte, war sie neugierig geworden. Im nahen Plauen schloss sie als Facharbeiterin für Eisenbahntransporttechnik ab, spezialisierte sich auf Zugbegleitung und wurde auf den Strecken zwischen Plauen, Schleiz und Saalburg eingesetzt, kontrollierte die Fahrkarten, gab Auskünfte, half, wenn Hilfe gefragt war. Die Berufspendler kannte sie bald alle, Kur- und Feriengäste schafften Abwechslung. Nach der Geburt ihres Sohnes Christian 1987 arbeitete sie in der Fahrkartenausgabe von Saalburg (wohin sie nach der Heirat wegen der dortigen freien Dienstwohnung gezogen war), später in Schleiz und zuletzt (die Reichsbahn war inzwischen Teil der Deutschen Bahn AG) im Bahnhof Saalfeld. 1997 konnte sie wieder in den Zugbegleitdienst wechseln, hatte das bayrische Lichtenfels als Dienststation und pendelte werktäglich dafür 140 Kilometer. Die Strecken, auf denen sie eingesetzt wurde, waren länger geworden, reichten bis Bayreuth, Nürnberg oder gar München. 2003 konnte sie zur Station in Hof wechseln, der Anfahrtsweg zum Dienst reduzierte sich deutlich. Auf den Strecken in Nordostbayern trifft sie heute der Reisende. 1984 hatte Petra Schneider ihren Mann Thomas geheiratet, kennengelernt, als er als Busfahrer im Schienenersatzverkehr tätig war. Seit dem Jahr 2003 verwitwet, hat sie einen Lebensgefährten gewinnen können, einen Lokomotivführer (ohne Bahn geht es ja nicht). Petra Schneider ist bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, aber wegen ihres Schichtdienstes nur sehr selten im Einsatz. In Konzerten ihre Lieblingsbands, die Puhdys, Karat, City oder Scorpions, live zu erleben, wird zu Höhepunkten des Jahres.