MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Walter Schneider
Im Einklang mit der Natur leben und arbeiten
Bauer
An der Döllnitz 8
04758 Liebschützberg OT Schönnewitz
An Heiligabend 1925 wurde der Familie Schneider im kleinen Dörfchen Schönnewitz, an der Döllnitz zwischen den sächsischen Städten Oschatz und Riesa gelegen, ein Sohn geboren. Der junge Walter wuchs mit einem Bruder in der elterlichen Landwirtschaft auf, so war sein weiterer Lebensweg entschieden vorgeprägt. Nur 200 m vom Elternhaus entfernt stand die Schule, die er bis zur 8. Klasse besuchte, um danach die Landwirtschaftsschule in Riesa zu absolvieren. Der Hof mit 18 Hektar forderte schon in jungen Jahren seine Mitarbeit. 1942 wurde er für drei Monate zum Arbeitsdienst verpflichtet, wenig später als Rekrut im böhmischen Reichenberg und im polnischen Lukow auf den Kriegseinsatz vorbereitet. Auf dem Bahnhof von Radom sah er den Zug mit holländischen Juden, denen er nicht helfen konnte. Als Soldat diente er auf russischem Boden, brachte mit dem Pferdegespann Verpflegung vom Tross an die Front, fuhr die Toten und Verletzten zurück. Als der Krieg zu Ende war, geriet er in amerikanische Gefangenschaft, aus der er im Mai 1946 entkommen konnte. Eine Woche später war er wieder zu Hause bei seinen Liebsten, zu denen auch die ganz große Liebe seines Lebens, seine spätere Frau, gehörte. Hier war es ganz selbstverständlich, dass er seinen Eltern auf dem Hof zur Hand ging, im Stall und auf dem Feld mit den Jahreszeiten lebend. 1960 konnte auch seine Familie der Zwangskollektivierung nicht mehr entkommen. Der Vater überschrieb ihm den Hof, Walter Schneider wurde, da sich kein anderer fand, von den 18 Mitgliedern der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) zum Vorsitzenden bestimmt, ein Amt, welches er bis 1977 ausüben sollte. Dann kam das Aus für die LPG Typ I (nur die Felder wurden gemeinschaftlich bewirtschaftet), die große LPG Typ III (das Vieh stand nun nicht mehr auf den Höfen, sondern in großen Anlagen) sah ihn als Verantwortlichen für die Jungrinder und die Entenzucht. 1990, mit dem Ende der DDR kam das Aus für die LPG, entschied sich Walter Schneider für den Ruhestand. Nur noch wenige Jahre konnte er mit seiner Frau Johanna (Heirat 1953) dann gemeinsam erleben, 1998 ging sie in die Ewigkeit. Drei Töchter (Rosmarie 1953, Christa 1957 und Sigrid 1963) wurden dem Paar geschenkt, fünf Enkel kamen hinzu. Lange Jahre von Kriegsende bis 1970 freute er sich im Gesangsverein Liederfreund im Nachbarort Borna an seiner Stimme und dem geselligen Beisammensein.