MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dipl.-Ing. Willy Schneider
Familientradition
Bausachverständiger i. R.
Stresemannstraße 1
16356 Werneuchen
In der Familie wurden ausschließlich Bauberufe ausgeübt. Auch seine Liebe zum Bau wuchs, wobei sich Willy Schneider, geboren am 05.03.1930 in Werneuchen, besonders zu Holz hingezogen fühlte.
Er ergriff eine Bautischlerlehre, besuchte nebenher die Abendschule und legte das Abitur ab.
Der Zufall führte in ein Vorstellungsgespräch, wonach Willy Schneider Berufsschulelehrer für Mathematik, Physik und Chemie wurde sowie sein Lehrerstudium mit Examen beendete.
Doch der Pädagoge wollte mehr und wählte ein Fernstudium, um Bauingenieur zu werden.
Aufgrund umfangreicher Vorkenntnisse wurden ihm 3 Studienjahre erlassen. Er begann als Mitarbeiter der staatlichen Bauaufsicht, wurde Leiter sowie Stellvertreter des Baudirektors. Die Aufgaben waren herausfordernd, das Berufsleben überaus befriedigend.
Nebenbei Architekten als Statiker unterstützend, begann er nebenberuflich an der Außenstelle der Technischen Universität in Berlin ein weiteres Studium und machte den Abschluss als Dipl.-Ing. für konstruktiven Ingenieurbau.
Dem Ministerium für Bauaufsicht angegliedert, gehörte er der Redaktion der staatlichen Bauaufsicht an, wurde 1968 Baugutachter für Hochbau und mit seinem 52. Geburtstag Bausachverständiger für Statik und Konstruktion für die gesamte DDR.
Gutachten erstellte Willy Schneider u. a. für die Großwäscherei Bad Freienwalde, für die gesamte Holzindustrie des Bezirkes sowie für den Kranbau Eberwalde.
Mit der Wende musste er sich mit den Baugesetzen des vereinten Deutschland vertraut machen und avancierte zum Amtsleiter des Bauordnungsamtes des Kreises Bernau.
Er reichte den Antrag ein, als Sachverständiger deutschlandweit agieren zu dürfen. Seine bisherigen Gutachten wurden geprüft, als exzellent befunden und er erhielt die Zusage als Sachverständiger für Tragwerksplanung.
Die IHK bat darum, ihn als Gerichtssachverständigen vereidigen zu dürfen. Somit wurde der Akademiker öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger. Mit 68 Jahren wurde sein Vertrag verlängert und 2 Jahre später beendete er seine Tätigkeit als Sachverständiger.
1993 wurde Willy Schneider Baudezernent bis 1994, anschließend gründete er mit seinem Sohn die Ingenieurgemeinschaft W. und O. Schneider und beendete sein Berufsleben erst mit 73 Jahren.
Ehefrau Lissy arbeitete als Oberstufenlehrerin, Sohn Olaf-Jörg ist Dipl.-Ing. und Sachverständiger und Tochter Gabriela ist als Dipl.-Ing. bei der Bauaufsicht Berlin beschäftigt. Vielleicht setzen 3 Enkelkinder Familientradition fort.