MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Herbert Schneider

Stolz auf das Geschaffene

Herbert Schneider

Werkzeugmacher
99338 Plaue

Er ist gelernter Werkzeugmacher und wohnt mit seiner Frau Karin (in zweiter Ehe seit 1984 verheiratet, Sekretärin) in Plaue. Herbert Schneider hat zwei Töchter (Anja aus erster Ehe; Katharina aus zweiter Ehe) und inzwischen auch zwei Enkelsöhne. Geboren 1954 in Großneuhausen im Kreis Sömmerda, kam er im Alter von drei Jahren mit der Familie nach Plaue in Thüringen, die hier einen verlassenen landwirtschaftlichen Hof übernehmen konnte. Seine Eltern sind Vertriebene katholischen Glaubens aus den Sudeten und waren bereits dort in der Landwirtschaft tätig. Doch in die Landwirtschaft wollte Herbert Schneider beruflich auf keinen Fall, wie er heute rückblickend erklärt. 1961 in Plaue eingeschult, lernte er dort bis zur 10. Klasse. Danach wollte er eine Lehre zum Werkzeugmacher beginnen, musste aber kurz zuvor im August noch in die Freie Deutsche Jugend (FDJ) eintreten, damit er diese zweieinhalb Jahre dauernde Ausbildung auch absolvieren konnte. Im VEB Fernmeldewerk Arnstadt erhielt er daraufhin die Lehrstelle und wurde nach erfolgreicher Beendigung vom Betrieb auch übernommen. Einige Jahre später erfolgte die Einberufung zur Nationalen Volksarmee (NVA). Den Wehrdienst musste Herbert Schneider bei den Grenztruppen in Berlin ableisten. Im April 1978 entlassen, kehrte er in seinen Ausbildungsbetrieb zurück und arbeitete bis zur Wende wieder als Werkzeugmacher. 1990 wurde der Betrieb privatisiert, „zerpflückt“, wie Herbert Schneider die Umstrukturierung des Unternehmens nennt. „Ich wurde damals in der Abteilung Musterbau eingesetzt“, sagt der gelernte Werkzeugmacher. Das Unternehmen wechselte mehrfach Namen und Besitzer bzw. Investoren. Bis zum Jahr 2015 konnte Herbert Schneider noch in seinem Beruf arbeiten, dann als Schwerbeschädigter nach 44 Dienstjahren (immer in der gleichen Firma) in Rente gehen. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte er sich lange Zeit auch ehrenamtlich gewerkschaftlich, weil Herbert Schneider das Vertrauen der Belegschaft besaß. Mehrere Jahre wirkte er u. a. im Betriebsrat mit. Darüber hinaus hat er sich auch in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv engagiert. Heute ist er noch Mitglied in deren Alters- und Ehrenabteilung. Des Weiteren ist er als Besitzer von Grund und Boden Mitglied der Jagdgenossenschaft Kleinbreitenbach und dort seit Jahren im Vorstand. Herbert Schneider lebt gern in seiner thüringischen Region und ist stolz auf das, was er sich geschaffen hat. Ein Mehrfamilienhaus hat er saniert und vermietet Wohnraum. Bevor es soweit war, hat der Werkzeugmacher im (Un-)Ruhestand viel selbst viel Hand angelegt – bis auf die Elektrik war Herbert Schneider sein eigener Handwerker. Für ihn gibt es immer noch eine Menge zu tun, verweist er auf den riesengroßen Garten, den er bewirtschaftet. Was der Vater und Großvater bedauert, ist, dass er das Geschaffene familiär nicht zur Nutzung weitergeben kann an seine Töchter. Denn die sind weggezogen, um in Sachsen-Anhalt und in Berlin ihr eigenes Leben zu führen. Für sich und seine Familie wünscht sich Herbert Schneider Gesundheit und Zufriedenheit.
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