MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ingrid Schneider
Die Harmonie in der Familie
Erziehungshelferin
Parthenstr. 33 b
04651 Bad Lausick OT Glasten
Als Ingrid Winkler wurde sie 1937 schon in Glasten geboren. Im Gebäude der Schule, die sie von 1943 bis 1951 besuchte, wohnt sie heute. Bescheidene Verhältnisse, der Vater fiel im Krieg, die Mutter arbeitete, um die Familie zu versorgen beim Bauern, prägten ihre Jugendzeit. Sie war immer gern unter Kindern, das sollte lange Zeit dann ihre berufliche Tätigkeit bestimmen, und in der Natur. Sie war angehalten Kühe zu hüten, sammelte Holz wie die Früchte des Waldes, die Pilze und Beeren. Nach achtjährigem Schulbesuch ging sie in Stellung, denn der Mutter fiel es schwer, die Familie, zu der Ingrids jüngerer Bruder gehörte, allein zu versorgen. Beim Pfarrer von Großbothen half sie ein Jahr im Haushalt, doch blieb ihr diese Zeit weniger glücklich in Erinnerung. Dann war sie wieder für die Familie direkt tätig, wirkte in der Küche des Bad Lausicker Kurbades und arbeitete zwei Jahre in der Spinnerei. 1958 begann sie als Erziehungshelferin im Kindergarten, der anfangs nur saisonal als Erntekindergarten für die Kinder der in der Landwirtschaft tätigen Frauen in Betrieb war. Für diese Aufgabe qualifizierte sie sich in einer Weiterbildung. Eine Vollausbildung zur Kindergärtnerin verhinderte die eigene Familiengründung. Im Jahr 1960 heiratete sie den Elektriker Manfred Schneider, mit ihm konnte sie 1985 die silberne, 2010 dann die goldene Hochzeit feiern. Das Ehepaar freute sich über die beiden Kinder Steffen (1962 geboren) und Marion (1965). Nun da ihr Mann bereits im Jahr 2012 verstorben ist, freut sie sich an ihren Kindern, den drei Enkeln und dem ersten Urenkel, zu denen sie stets im besten Kontakt lebt, zumal Tochter Marion in ihrer Nähe geblieben ist. Doch auch wenn sie den eigenen Nachwuchs dabei selbstverständlich mitversorgen konnte, 1980 ging ihre Zeit im Kindergarten zu Ende. Beim Schamottewerk Bad Lausick, in dem auch ihr Mann arbeitete, fand sie neue Aufgaben in der Produktion, vor allem beim Kleben von Dichtungen. Nur, dass mit dem Ende der DDR 1990 auch ihr Betrieb als unrentabel eingestuft wurde, sie aus dem Arbeitsverhältnis entlassen wurde. Zeiten der Arbeitslosigkeit und einige Jahre in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wechselten, ehe Ingrid Schneider 1997 in Rente gehen konnte. Ihre geschickten Hände finden bis heute Freude an Handarbeiten aller Art. Seit 1998 ist sie Mitglied im Heimatverein Glasten e.V., der die weit über 600-jährige Geschichte des Dorfes im Landkreis Leipzig dokumentiert und im Veranstaltungskalender lebendig erhält.