MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Roselinde Schnabel

Mit unverwüstlichem Optimismus

Roselinde Schnabel

Kindergartenleiterin
Referentin für Vorschulerziehung
Pawlowstr. 58
04552 Borna
Fon: 03433 / 200545

Auch wenn sie kein Russisch kann, die Begegnungen mit Land und Leuten in Russland gehören zu den schönsten Erinnerungen im Leben von Roselinde Schnabel. Seit Anfang der sechziger Jahre konnte sie vor allem im damaligen Leningrad (heute wieder St. Petersburg) Bekanntschaften schließen, aus der Freundschaft mit der kleinen Olga wuchs ein lebenslanger Briefwechsel, bis heute aufrecht erhalten, durch wiederholte persönliche Kontakte dort wie in Deutschland mit Olga und ihrer Familie bereichert. Als Roselinde Mäder kam sie 1933 in Fockendorf (bei Altenburg) zur Welt. Eine Kinderkur in Reval (heute Tallinn, Estland) gehört zu den schönsten Erinnerungen ihrer Kindheit. Im nahen Thräna, wohin die Familie inzwischen verzogen war, besuchte sie von 1939–1947 die Schule. Nach dem Abschluss der 8. Klasse sammelte sie als Kindermädchen in einer benachbarten Familie erste Erfahrung für das, was später ihre Berufung werden sollte, die Liebe zu den Kindern prägte ihr ganzes Leben. Denn sie wurde für den örtlichen Kindergarten geworben, arbeitete dort ein Jahr und konnte an der Kindergärtnerinnenschule in Gotha eine Ausbildung aufnehmen, auch wenn eine Krankheit sie zwang, ein Jahr auszusetzen, bis sie das Staatsexamen nachholen konnte. Von 1953–1957 wirkte sie am Kindergarten in Thräna, dann warb man sie für den neugebauten Kindergarten „Neues Leben“ in Borna, den sie bis 1959 leiten konnte. Nun nahm man sie in die Pflicht, sie war neuen Wegen aufgeschlossen und deshalb damals in die Sozialistische Einheitspartei (SED) eingetreten, bestellte sie als Referentin für Vorschulerziehung beim Rat des Kreises. Die dortige Schulrätin begrüßte sie noch mit „sie wollte zwar nicht…“, doch bald ergaben sich gute Kontakte zu den Kollegen und vor allem den 60 Kindergärten und 300 Kindergärtnerinnen, für die sie administrative Verantwortung trug. Dreißig Jahre bis 1989 fand sie hier den erfüllenden Aufgabenbereich bei Organisation, Anleitung und Personalbetreuung. War am Anfang die erste sie einbeziehende Reise in die damalige Sowjetunion noch mehr Überraschung, organisierte sie später mehrmals eigens mit den Kindergartenleiterinnen selbstbezahlte, aber durch Freistellung unterstützte Fahrten gen Leningrad, Moskau und Kiew. Mit dem Wechsel der staatlichen Strukturen 1989/90 blieb sie noch zwei Jahre, dann ging Roselinde Schnabel in den Vorruhestand. 1956 hatte sie ihren Mann Helmut (Mitarbeiter für Brandschutz beim Rat des Kreises bzw. später des Bezirkes) geheiratet, der nun schon von ihr gegangen ist. Jetzt wohnt sie wunderschön im „Betreuten Wohnen“ der Volkssolidarität Borna.
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