MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Bernd und Christa Schneider
Ganz ohne Tiere geht es nicht
Landwirtschaft
08228 Rodewisch
Obwohl der Landwirtschaftsbetrieb aus Altersgründen längst aufgegeben, das Land verpachtet ist, die tägliche Sorge um das Vieh, noch kürzlich Schweine und Kühe, bis heute unbedingt Hasen und Geflügel möchten Christa und Bernd Schneider nicht missen.
Beide entstammen bäuerlichen Höfen am Rand des Erzgebirges. Bernd Schneider kam zwar 1949 in der Stadt Reichenbach zur Welt, wuchs jedoch mit der elterlichen Landwirtschaft in Röthenbach (heute Rodewischer Ortsteil) auf. Neben der Schule, die er bis zur 8. Klasse besuchte, gab es schon in jungen Jahren im Stall, auf dem Feld viel zu tun. 1960 wurden die Eltern Mitglied der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG). 1964/67 lernte Bernd Schneider bei dieser LPG den Beruf eines Landwirtes, leistete danach seinen Grundwehrdienst ab. Zurück im Zivilen wurde er bei der LPG, die sich inzwischen mit der Genossenschaft der Nachbargemeinde Plon vereinigt hatte und sich auf den Bereich Pflanzenproduktion spezialisierte, als Traktorist eingesetzt. Der Wechsel von Aussaat und Ernte bestimmte nun lange Jahre sein Arbeitsleben. Als die LPG (als erste im Vogtland) sich auflöste, da 1990 dem sozialistischen Kollektivismus abgeschworen wurde, nahm er Stall und Acker wieder in eigene Obhut, widmete sich der Milch- und Fleischproduktion (mit 30 Mutterkühen). Als er 2005 in den Vorruhestand ging, auf die gewerbliche Betätigung verzichtete, das Weideland in die Hände eines Pächters übertrug, blieben für den Eigenbedarf zwei Kühe und Schweine im Stall, konnte noch manches familiäre Schlachtfest gefeiert werden.
In Ebersbrunn, im Garten der Eltern von Christa Schneider entspringt die Pleiße, ein Flüsschen, das einst die Innenstadt Leipzigs prägte. Hier kam sie 1950 zur Welt, wuchs mit Natur und Vieh auf, besuchte die örtliche Schule bis zur 8. Klasse und absolvierte eine Lehre als Kammgarnspinnerin im nahen Lichtentanne. Heirat und Geburt des Sohnes André 1971 setzten Zäsuren, dann half sie ein Jahr im Kindergarten, begann bald in der Bürstenfabrik Wildenau, arbeitete im Drei-Schicht-System. Dieser Tätigkeit blieb sie auch bei der Privatisierung der Fabrik nach dem Ende der DDR treu, erst 2007 schied sie auf dem Berufsleben. Die Arbeit ihres Mannes hatte sie stets begleitet, die Hühner, Gänse, Hasen waren ihr eigenes Aufgabenfeld. Der zweite Sohn Jan (Jahrgang 1980) und die beiden Enkelinnen bereicherten das Familiengeschehen.