MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Prof. dr. Horst Schneider
Vom Betriebsschlosser zum Professor
Direktor der Gewerkschaftshochschule Bernau i.R. Fischerinsel 2 05/06 10179 Berlin Fon: 030 / 2011375
Prof. Dr. Horst Schneider ist stolz auf seinen Lebensweg – und dies zu Recht. 1934 im sächsischen Leubnitz geboren, erlebte er seine Kindheit im Vogtland. Dort erlebte er den Krieg, dort ging er zur Schule. Seine Lehre zum Betriebsschlosser beendete er im Chemiekombinat Böhlen bei Leipzig. An der damaligen Arbeiter- und Bauernfakultät in Dresden legte der ehrgeizige Horst Schneider 1954 sein Abitur ab und wurde zum Studium der Politischen Ökonomie an die Humboldt-Universität Berlin delegiert. Ein damals ganz normaler Vorgang. 1958 waren die Wirtschaftsstudien beendet und Horst Schneider wurde Assistent an der Gewerkschaftshochschule Bernau. Ein Jahr zuvor, 1957, heiratete er sein Elsbeth, mit der er bis heute zusammenlebt. Aus der glücklichen Ehe gingen drei Töchter hervor. Diese wiederum schenkten ihren Eltern sechs Enkel – alles Jungs. Seine Promotion legte Vater Schneider 1968 ab. Der Doktor ging ab 1971 in den Staatsdienst der ehemaligen DDR und 1973 an die Akademie der Staats- und Rechtswissenschaft, Lehrstuhl für Wirtschaftpolitik der DDR. 1978 übernahm Dr. Horst Schneider die Leitung der Gewerkschaftshochschule Bernau. Neben der Personalführung stand besonders die Lehre und Forschung im Zentrum seiner Tätigkeit. Der Direktor bildete neue Wissenschaftsbereiche an der Schule, forschte zur Sozialpolitik, betreute Diplomanden und Doktoranden in ihrer Forschungstätigkeit und lehrte Grundzüge der Politischen Ökonomie des Sozialismus, Wirtschaftspolitik. Als die Hochschule im Dezember 1989 abgewickelt wurde, trat Prof. Dr. Schneider von seiner Funktion als Leiter der Schule zurück. Ein gemeinsam mit der IG Metall entwickeltes Modell für den Erhalt von DDR-Betrieben war nicht umsetzbar. Prof. Dr. Schneider wurde arbeitslos. Seit 1991 arbeitet er nunmehr als freiberuflicher Dozent im Bereich der Betriebswirtschaft und -organisation bei diversen Bildungsträgern. Im Jahre 2007 hat der engagierte Mann einen Förderverein zur Erforschung der Geschichte der Gewerkschaft gegründet und ist dort im Vorstand tätig. Außerdem arbeitet er „Der Linken“ im Bereich Arbeitsrecht zu. Bleibt bei all dem Engagement noch Zeit, liest Prof. Dr. Schneider gern Biografien und Erlebnisberichte oder widmet sich seiner groß angelegten Münzsammlung. Gern besucht er mit seiner Frau das eine oder andere Konzert oder Theater. Im Sommer genießt das Ehepaar Schneider ihre Zeit auf dem Gartengrundstück.