MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Werner und Sieglinde Schmidt
Handel und Wandel
Abteilungsleiter Warenhaus
Schneiderin
Am Schweiger 3
08538 Weischlitz
Fon: 037436 / 83752
Im vogtländischen Kloschwitz (erst 1999 nach Weischlitz eingemeindet) kam Werner Schmidt 1931 zur Welt. Der Sohn eines Schneidermeisters wuchs mit einer älteren Schwester auf und besuchte ab 1937 die örtliche Schule, die er 1945 mit der 8. Klasse abschloss. In der väterlichen Werkstatt wurde er bis 1949 zum Schneidergehilfen ausgebildet, übte den Beruf noch weitere vier Jahre aus. 1953 bewarb er sich erfolgreich bei der Konsumgenossenschaft, die in der Kreisstadt Plauen ein großes Warenhaus betrieb. Werner Schmidt begann in der Abteilung für Herrenkonfektion, konnte hier vom erlernten Beruf profitieren. Er wurde vom Konsum zum Verkaufsstellenleiter qualifiziert, das versprach, im großen Kaufhaus eine Stelle als Abteilungsleiter einnehmen zu können. 17 Jahre leitete er so die Sportabteilung. Als das Plauener Haus 1966 in die Reihe der Konsument-Warenhäuser der DDR eingegliedert wurde, kümmerte er sich ab 1974 als Leiter um die innerbetriebliche Warenbewegung. Zu Beginn der achtziger Jahre wurde er zuständig für den Bereich Import-Export, verantwortete nun die Kontakte und den Warenaustausch mit Handelsbetrieben anderer sozialistischer Länder, was Dienstreisen nach Sofia in Bulgarien und in andere Hauptstädte einschloss. In den letzten Jahren, bevor die DDR-Handelsstrukturen zusammenbrachen, war Werner Schmidt Leiter der Warenannahme. Insgesamt hielt er dem Plauener Kaufhaus 40 Jahre die Treue. Er erlebte 1991 den Übergang zur Kaufhauskette Horten mit, doch erhielt er bald den blauen Brief (galt für die neue computergesteuerte Welt als nicht ausreichend qualifiziert). Der Entlassung mit Abfindung folgte mit Altersübergangsregelung bald der Rentenbezug. Mit seiner Frau Sieglinde konnte er (Heirat 1955) längst die „diamantene“ Hochzeit feiern. Sohn Uwe (Jahrgang 1960 und heute als Lehrer tätig) und zwei Enkelkinder bereichern das Familienleben. Sie wurde als Sieglinde Höfer bereits in Weischlitz geboren, wuchs als Einzelkind mit ihrer Mutter Gertrud auf, denn der Vater (als Fernfahrer unterwegs) starb sehr früh. Nach dem Abschluss der 8. Klasse 1947 absolvierte sie eine dreijährige Lehre als Damenschneiderin. Der Textilindustrie blieb sie treu, arbeitete erst vier Jahre in einer privaten Schneiderei und ab 1954 beim VEB Damenkonfektion „Dako“ Plauen als Stepperin. Als der Sohn geboren wurde, übernahm sie Heimarbeit, fing später wieder als Angestellte beim VEB Dako an, bis sie 1990 in den Vorruhestand ging. Werner Schmidt war nicht nur 50 Jahre in den Freiwilligen Feuerwehren von Kloschwitz und Weischlitz aktiv, sonderte widmete viel Freizeit ebenso dem Gesang. Im Kloschwitzer Chor und dem Betriebschor des Warenhauses erklang seine Stimme. Noch immer ist der Männergesangverein „Elsterklang“ Weischlitz für dessen Ehrenmitglied Werner Schmidt musische Heimat.