MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Wolf-Dieter und Sigrid Schmidt

Erfülltes Leben

Wolf-Dieter und Sigrid Schmidt

Diplom-Ingenieur für Umformtechnik, Diplom-Pädagoge
Lehrerin
Goethestr. 96 c
01587 Riesa

Frau Sigrid kam 1934 in Magdeburg zur Welt. Nazizeit und Krieg bestimmten in vielfältiger Weise ihr junges Leben. Sie erinnert Unmenschliches, wenn KZ-Häftlinge grundlos geschlagen wurden, erlebte Bombardements und Tieffliegerangriffe. 1945 wurde die Familie ausgebombt. Wegen der Einsatzstellen des Vaters zogen sie mehrmals um, so besuchte sie sieben verschiedene Schulen. Zwar brach sie 1949 die 9. Klasse ab, meldete sich aber, als neue Lehrer gesucht wurden, begann ihre diesbezügliche Ausbildung in Magdeburg, sammelte erste Praxiserfahrungen in Wellen (Magdeburger Börde) und konnte 1954 am Institut für Lehrerbildung Quedlinburg als Unterstufenlehrerin abschließen. Ihr Einsatz erfolgte dann in Schönebeck und wenig später in Wolmirstedt. 1957 hatten sie und Wolf-Dieter Schmidt, der damals in Magdeburg als Assistent an der dortigen Technischen Hochschule agierte, geheiratet. 1958 wurde Tochter Elke geboren, 1962 kam Sohn Holger hinzu. 1963 ging sie mit nach Riesa, wo sie erst vertretungsweise unterrichtete, dann im Hort der Ernst-Thälmann-Schule tätig wurde. Als sich Gelegenheit ergab, wieder in die Unterrichtstätigkeit zu wechseln, nutzte sie gern diese Chance, spezialisierte sich erst auf den polytechnischen Unterricht, dann auf englische Sprache. Von 1974 bis 1990 wechselte sie an die Förderschule für gehandicapte Lehrlinge, fungierte dort auch als Klassenleiterin. 1990 entschied sie sich für den Vorruhestand. Wolf-Dieter Schmidt (Jahrgang 1930), in Dresden geboren, wuchs in Trebsen an der Mulde auf. Zeiten des Hungerns nach dem Krieg prägten ihn. Der Sohn eines Lehrers besuchte die örtliche Schule, legte das Abitur 1949 dann an der ehemaligen Fürstenschule in Grimma ab. Anfangs wurde ihm das Abiturzeugnis gar nicht ausgehändigt, denn das damals an Oberschulen übliche Schulgeld war noch nicht voll bezahlt. Er begann anschließend als Hilfsarbeiter in einer Gießerei, absolvierte dort noch eine Lehre zum Kernmacher. Sein darauf folgendes Studium an der Bergakademie Freiberg (Sachsen) beendete er 1956 als Diplom-Ingenieur für Umformtechnik. Nach fünf Jahren in Magdeburg wurde er an die Ingenieurschule für Walzwerk- und Hüttentechnik Riesa berufen, absolvierte im Fernstudium in Dresden noch eine ebenfalls diplomierte pädagogische Zusatzausbildung. Als Hochschullehrer wirkte er bis 1991, zählt die vertrauensvolle Arbeit mit den Studenten zu den wichtigsten Erfahrungen seines Lebens. Als er mit achtzehn Jahren in die Liberal-Demokratische Partei (LDPD) eintrat, wurde er gleich deren Ortschef von Trebsen, engagierte sich später auch in Riesa für die Bürgeranliegen. Das Ehepaar freut sich an vier Enkeln und zwei Urenkeln, liebt das Reisen, früher vor allem als Campingurlaub, einst gern im Tschechischen Paradies, später in Österreich oder Dänemark.
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