MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Christa und Gotthard Schmieder

Auf der Lok, mit dem Fahrrad rollend durchs Land

Christa und Gotthard Schmieder

Facharbeiterin für Papierherstellung
Lokführer
Eichholzgasse 16
01683 Nossen

Dem Heimatort, dem Haus, in dem er 1937 zur Welt kam, ist Gotthard Schmieder treu geblieben. Ebenso ist seine Frau, als Christa Ahner 1936 geboren, von Anfang an Bürgerin der sächsischen Kleinstadt an der Freiberger Mulde. Gotthard Schmieder entstammt einer Eisenbahnerfamilie, auch wenn sein Vater als Jurist am Nossener Amtsgericht wirkte. Ab dem siebten Schuljahr war dem Jungen klar, dass die rollenden Züge sein Leben bestimmen sollten. Nach dem Schulabschluss mit der 8. Klasse begann er als Lehrling im Bahnbetriebswerk Nossen, einem Eisenbahnknotenpunkt. Er wurde zum Betriebsschlosser ausgebildet, arbeitete dann zwei Jahre in der Reparaturwerkstatt für Lokomotiven und konnte ab dem 18. Lebensjahr in den Fahrdienst wechseln, anfangs als Heizer auf den Dampfloks im Güterverkehr. Nach einem Zwischenjahr, wo er in Zwickau eingesetzt war, kehrte er nach Nossen zurück, wurde Lokfahreranwärter und konnte die Lokfahrschule in Halle/ Saale besuchen. 1959, gerade 21-jährig, durfte er bald eigenständig als Lokführer unterwegs sein, vorwiegend im heimatlichen Bereich, anfangs im Güter- später ebenso im Personenverkehr. In den siebziger Jahren erfolgte die Umstellung von Dampf- auf Diesellokomotiven, den entsprechenden Lehrgang konnte er 1975 abschließen, nur dass er nun allein unterwegs war, die Gespräche mit dem Heizer vermisste. Zuverlässig und anerkannt dauerte sein Wirken bis 1996, auch die Umstellung von Deutscher Reichsbahn auf Deutsche Bahn AG bereitete ihm keine wirklichen Probleme. Dann forderte die Gesundheit den Übergang zum Ruhestand. Mit sechs Geschwistern wuchs Frau Christa auf, lernte Zootechniker im landwirtschaftlichen Bereich, doch gesundheitliche Probleme führten bald zu einem Wechsel in die örtliche Papierfabrik. Sie konnte hier einen weiteren Berufsabschluss als Facharbeiterin für Papiererzeugung erwerben und bis 1991, zuletzt vorwiegend im Büro eingesetzt, tätig sein. Am 17. Juni 1961 hatten Christa und Gotthard Schmieder den Bund fürs Leben schließen können, haben nun schon über fünfzig „goldene“ Jahre erleben dürfen. Zwei Töchter, ein Sohn, fünf Enkel entsprangen dieser Ehe. Im Museumsverein Nossen und im Verein der Bergbaufreunde Grube „Vereinigt Feld“ genießen sie Anregung und Geselligkeit. Gotthard Schmieder konnte sich lange Jahre an mehrtägigen Radtouren begeistern, besonders als der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) die Serie „Sachsen fährt ab“ ins Leben gerufen hatte.
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