MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Wilfried Schmieder

Spitzname: Schuster

Wilfried Schmieder

Schuhmacher
Walter-Eckhard-Str. 59
04720 Döbeln

Das Leben überrascht manchmal mit Dingen, die einem ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern können. Wilfried Schmieder und sein Bruder heirateten einst Zwillingsschwestern. Sein Bruder heiratete Anna und er selber seine wunderbare Clara. Nach fast sechs gemeinsam verbrachten Jahrzehnten schwärmt er noch immer von seiner Frau und ist im Nachgang froh, einen so wundervollen Menschen kennen gelernt zu haben. Wilfried Schmieder wurde am 06.09.1933 in Döbeln geboren. Drei Geschwister nebst ihm brachten Leben ins Haus und Mutter – Hausfrau – sowie Vater – Holzschuhmacher – bildeten trotz schwierigster Zeiten eine frohe Familie. Vom Zahnarztberuf fasziniert, folgte Wilfried Schmieder letztendlich dennoch den Spuren des Vaters. Nach der Schule wurde der Konsum zum Ausbildungsbetrieb und unter Meister Kurt Stecher lernte er alles, was das Schuhmacherhandwerk zu bieten hatte. Bis zur Schließung des Konsums blieb er der hauseigenen Schuhmacherei treu. Mit 19 Jahren begab er sich für drei Jahre zur Kasernierten Volkspolizei. Danach führten ihn nur kurze Abstecher zur Hammer-Schuhfabrik, an ein Unternehmen für Nassbrechsteine, an die Zucker- sowie an die Papierfabrik. Fünf Jahre gehörte Wilfried Schmieder dem VEB Landmaschinenbau „Rotes Banner“ an, schulte zum Dreher um, begab sich anschließend zur PGH Hans Sachs in Döbeln und endlich spielten Schuhe wieder eine übergeordnete Rolle. Ohne Meisterabschluss wurde ihm eine Meisterstelle übertragen. Er stellte Herrensandaletten in Handarbeit her – teilweise mit orthopädischem Fußbett. 25 Jahre kam er mit Akkuratesse seinen Aufgaben nach, doch die Verwendung chemischer Substanzen führte zu gesundheitlichen Problemen. Schwer erkrankt, schloss sich der Kreis seines beruflichen Lebens. Die letzten beiden Jahre verbrachte Wilfried Schmieder als Kraftfahrer beim Konsum. Um die Finanzen etwas aufzubessern, sorgte die Haltung eigener Schweine und Hasen gelegentlich für einen kleinen Nebenerwerb. Am glücklichsten allerdings machte ihn die Familie. Stolz auf seine Söhne Heiko und Steffen sowie auf die Enkel Jana, Heiko und Anne, führte er eine wunderbare Ehe. Seine Clara strickte mit Leidenschaft und versorgte die Familie mit wollig-warmen Textilien. Leider verstarb sie 2014. Einsamkeit vertreiben die Kinder und Sportkameraden. 50 Jahre lang hat Wilfried Schmieder aktiv gekegelt. Kommt er heute zum Seniorenkegeln gibt es jedes Mal ein großes Hallo: „Schaut mal, der Schuster kommt!“ – ein Spitzname, der ihn nicht mehr verließ.
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