MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Martina Breiting
Soziales Engagement als Lebensaufgabe
Krankenschwester im ambulanten Pflegedienst
99086 Erfurt
Martina Breiting ist geborene Erfurterin, kam am 12.08.1960 zur Welt und lebt noch heute in ihrer Geburtsstadt. Ein medizinischer Berufswunsch entwickelte sich, geprägt von ihrer Mutter, bereits in früher Kindheit, so das Martina nach Abschluss der 10.Klasse die Ausbildung zur Krankenschwester in Angriff nahm und zu ihrer Lebensaufgabe machte. Den theoretischen Teil des dreijährigen Fachschulstudiums absolvierte sie an der Med. Fachschule in Erfurt, die Praktika erfolgten an der Med. Akademie. Nach Beendigung der Ausbildung wurde mit Andreas (*1980) der erste Sohn geboren. Ein halbes Jahr später stieg Martina Breiting wieder in den Berufsalltag ein und arbeitete bis Mai 1983 auf Station der Orthopädischen Klinik, wo sie auch für ihren körperbehinderten Jungen, der dort behandelt werden musste, da sein konnte. Danach ließ sich die Tätigkeit im Dreischichtsystem nicht mehr mit der Kinderbetreuung vereinbaren. Fortan war Martina Breiting in der Betriebspoliklinik des VEB Optima, Außenstelle Mälzerei und Speicherbau, als Fachschwester für Betriebsgesundheitswesen tätig. „Ich habe hier bis zur Wende die ganzen arbeitsmedizinischen Voruntersuchungen gemacht“, erklärt sie. Bevor im Zuge des politischen Umbruchs die Polikliniken aufgelöst wurden, fand Martina ab März 1991 übergangslos neue Beschäftigung bei einer vom Arbeitsamt geförderten Sozialstation der Volkssolidarität. „Ich bin auf dem Sektor der ambulanten Pflege von Anfang an dabei“, sagt Martina, die bis heute in ihrem Beruf aufgeht. „Ich habe die Zusatzausbildung zur Pflegedienstleiterin und viele Lehrgänge zum Thema integrative Validation gemacht, um mit demenzkranken Menschen arbeiten zu können. An der Fachhochschule Erfurt habe ich mir die Grundlagen in Sozial– und Gemeindepsychologie angeeignet, und an der Fachhochschule Jena wurde ich auf dem Gebiet der Palliativ Care ausgebildet.“ Nach 6 Jahren Pflegedienstleitung musste Martina augrund gesundheitlicher Probleme kürzer treten. Sie arbeitet nun in der häuslichen Pflege und macht nach der Tour die Beratungsbesuche am Nachmittag. Privat ist Martina Breitung verheiratet, lebt aber seit 19 Jahren getrennt. Neben Andreas wurde 1987 der zweite Sohn Steffen geboren. Und mit Jacqueline hat sie sich der Tochter ihrer mit 47 Jahren an Krebs verstorbenen Freundin angenommen. „Sie ist wie ein drittes Kind für mich, ich mache da keine Unterschiede“, sagt sie voller Stolz auf ihre Familie. „Deshalb habe ich heute auch nicht nur fünf Enkel, sondern sieben.“ Bei der Volkssolidarität engagiert sich Martina Breiting auch im Verein und hilft, wo Hilfe gebraucht wird. „In meiner Freizeit bin ich ein richtiger Faschingsnarr“, schmunzelt sie. „Ich gehe gern tanzen, lese viel und wünsche mir, all das noch lange und bei bester Gesundheit genießen zu dürfen.“