MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ursula Brendel

Vom Glück persönlicher Zufriedenheit

Ursula Brendel

Dorotheenstr. 15
06109 Halle

Wenn Ursula Brendel auf ihr Leben zurückblickt, so ist sie stolz darauf, es trotz aller Widrigkeiten gemeistert zu haben. Sie kommt im Jahr 1936 als Tochter eines Schweißers zur Welt. Nach zwölf Jahren Schulzeit legt die junge Frau 1954 das Abitur ab und beginnt ein Studium an der Martin-Luther-Universität in Halle. Im gleichen Jahr lernt Ursula Brendel ihren Mann Otto kennen, der später Offizier, Pädagoge und Philosoph wird. Im Jahr 1956 heiraten sie. Im selben Jahr kommt die Tochter Ortrun zur Welt, die spätere Diplom-Ingenieur Ökonomin. Ein Jahr später folgt der Bruder Uwe, der heute bei EDEKA arbeitet, im Jahr 1959 die Schwester Bärbel, die heute in der ambulanten Pflege älterer Menschen tätig ist und schließlich 1972 der Bruder Ralf, der heute in Heidelberg lebt, sich mit japanischer Malerei beschäftigt und Besuchergruppen durch das dortige Schloss führt. Außerdem gehören noch sieben Enkel und vier Urenkel zur Familie. „Nach der Beerdigung meines Mannes saßen 25 Menschen hier im Wohnzimmer“, erinnert sich Ursula Brendel. Sie unterbricht 1956 ihr Studium für vier Jahre, um sich der Familie zu widmen. Im Jahr 1963 schließt sie es erfolgreich als Diplom-Wirtschaftlerin ab. Die berufliche Tätigkeit beginnt sie zunächst als Revisor und arbeitet dann in der Finanzabteilung beim Rat des Bezirkes. Die beruflichen und familiären Aufgaben werden soweit das möglich ist in der Familie gemeinsam erledigt und die Kinder zum selbstständigen Handeln erzogen. In den folgenden Jahren zieht die Familie aufgrund von Versetzungen mehrmals um, doch Ursula Brendel gelingt es immer wieder schnell, beruflich Fuß zu fassen. Sie arbeitet als ökonomischer Leiter im Betonwerk Laußig und als Abteilungsleiter Arbeitsökonomie im Görlitzer Maschinenbau. Trotz der hohen beruflichen und familiären Verpflichtungen bildet sich Ursula Brendel ständig weiter. Im Jahr 1978 schließt sie ein postgraduales Studium an der TU Dresden ab. Nach der Beendigung der Dienstzeit ihres Mannes zieht die nun schon wieder kleinere Familie nach Halle zurück. Ursula Brendel arbeitet als Abteilungsleiter Arbeitsökonomie im Metallleichtbaukombinat. Mit 55 Jahren geht sie 1991 in den Vorruhestand. Trotz des angegriffenen Gesundheitszustandes ihres Mannes, der sich mehreren Hüftoperationen unterziehen musste, von denen auch das Herz angegriffen war, lebt die Familie nicht schlecht. Ab 1990 reisen Ursula und Otto Brendel sehr viel. Sie kommen durch ganz Europa, außer England, und nach Kuba. Ursula Brendel erinnert sich gern an die vielen schönen Flussreisen und die Hochseekreuzfahrten, wobei die „Äquatortaufe ein ganz besonderer Höhepunkt war. Von 1985–2003 bewirtschaftete das Ehepaar einen Garten. Ursula Brendel denkt mit Dankbarkeit an die große Unterstützung zurück, die sie von ihrem Mann erfahren hat und ärgert sich über die vielen Ungerechtigkeiten in der Welt. An ihrem Lebensabend stellt sie trotzdem fest, dass sie trotz viel Arbeit und hoher Belastung ein schönes, zufriedenes und glückliches Leben hatte und dass sich für sie das erfüllt hat, was sie einst erträumte.
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