MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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PD Dr. med. habil. Ludwig Brethner

Der Gesundheit zu Diensten

Ludwig Brethner

Privatdozent
Thoraxchirurg
04157 Leipzig

Ludwig Brethner ist ein geradliniger Mensch. Als Thoraxchirurg wurde er oft vor die Aufgabe gestellt, schnelle und richtige Entscheidungen zu fällen und auch im Leben hat ihm diese Gabe stets genützt. Dass er Arzt werden wollte, wusste er schon als Kind. Er wurde am 29.09.1937 in Öderan geboren, wuchs in Colditz auf. Nach der Grundschule ging er an die Oberschule Grimma, wo er 1956 sein Abitur machte. Nach einem Jahr Mitarbeit in den Heilstätten Zschadraß wurde er zum Medizinstudium an die Karl-Marx-Universität delegiert. Er legte 1963 das Staatsexamen ab und promovierte 1964 zum Dr. med.. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits seit drei Jahren mit seiner Frau Helga verheiratet und Vater einer dreijährigen Tochter. Beruflich ging es mit dem praktischen Jahr in Zschadraß weiter. Er wurde Facharzt für Pulmologie. Von Anfang an stand er auch im Operationssaal, qualifizierte sich später zum Allgemeinchirurgen. Die Thoraxchirurgie wurde ihm zuerkannt, da er immer in diesem Bereich gearbeitet hatte. 1980 folgte der Ruf an das St. Georg Klinikum in Leipzig, dort übernahm er die Abteilung für Thoraxchirurgie. Es war eine anspruchsvolle Zeit. Die Wohnungssituation war lange ungeklärt, Brethner schlief über zwei Jahre in seinem Dienstzimmer. Als einziger Thoraxchirurg in Leipzig stand er quasi ständig auf Abruf, wurde sogar am Hochzeitstag seiner Tochter mit Polizeibegleitung in den OP eskortiert. Schließlich fand er ein Haus für sich und seine Familie. 1982 habilitierte er sich mit einem onkologischen Thema. 1989 wurde er Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie. Alles lief gut, bis er 1996 einen Brief erhielt, in dem er der Stasi-Mitgliedschaft beschuldigt wurde. Obwohl sich nachweisen ließ, dass er sich niemals der Staatssicherheit verpflichtet hatte, wurde ihm nahegelegt, einen Aufhebungsvertrag zu schließen. Diese Zeit setzte ihm schwer zu. Er blieb noch anderthalb Jahre, bis ein Nachfolger gefunden war. Parallel erkundigte er sich bei seinen Kollegen in den Alt-Bundesländern nach eventuellen Vakanzen. Nach kurzer Zeit bekam er einen Anruf aus dem Breisgau und wurde von 1998–2002 Oberarzt der Klinik für Thoraxchirurgie (Chefarzt Prof. Dr. J. Hasse) an der Universität Freiburg. Der Ruhestand war ungewohnt für ihn. Zunächst renovierte er das Haus, bis heute arbeitet er nebenbei als Dozent und war als Senior Experte in der VR China (SFS). Wenn er einen klaren Kopf braucht, hat er schon immer gerne das Auto geputzt und er singt im Männerchor Leipzig Nord. Er ist glücklich mit seiner Helga, die am 13.02.1941 in Aachen geboren wurde. Sie war ausgebildete Drogistin, absolvierte später ein Studium und arbeitete bis zum Renteneintritt 2001 als Medizinisch-technische Assistentin. Das seit 1960 verheiratete Paar werkelt gerne im Garten, sie gehen tanzen und verreisen viel – und beide wünschen sich, noch viele schöne und aktive gemeinsame Jahre bei geistiger Frische zu erleben. Sie haben eine gemeinsame Tochter sowie eine Enkeltochter.
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