MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Christa und Karl Brett
Die Hundeflüsterer
Brett’s Tierservice Straße 52 13125 Berlin Fon: 030 / 9433732
Friseurin wollte Christa Brett (geb.1947) werden, zur Krippenerzieherin wurde sie ausgebildet, als sie die 10. Klasse der Polytechnischen Oberschule abgeschlossen hatte. Drei Jahre Medizinische Fachschule waren erforderlich und wurden von ihr erfolgreich absolviert. Aber bleiben wollte Sie nicht in diesem Beruf, wechselte für drei Jahre in die Meldestelle der Volkspolizei und fand dann endlich über die Tätigkeit bei Bergmann Borsig und der dort möglichen kaufmännischen Ausbildung zu ihrer langjährigen Arbeitsstelle in der Staatlichen Versicherung. Zwanzig Jahre hier tätig erlebte sie mit der Wende den Übergang in die Allianz mit, bevor sie wegen der Pflege der Mutti kündigte.
Karl Brett (1940 geboren) kam ein Jahr nach Beendigung des Krieges in die Schule, was zu stetigem Wechsel führte und auf Grund der schweren familiären Verhältnisse (Vater war im Krieg geblieben, Mutter mit den beiden Kindern auf sich alleine gestellt) dazu, dass eine Lehre nicht in Betracht kam, Geld verdient werden musste. So fing er ungelernt an, trug zum Familieneinkommen und dem Überleben in schwerer Zeit bei. Die meisten Berufsjahre arbeitete er als Berufskraftfahrer, wurde Fuhrparkleiter. Betriebliche Veränderungen waren der politischen Einstellung geschuldet. So der Umstieg von der Tätigkeit im Außenhandel zur Arbeit in der Großbäckerei, also von der Personenbeförderung zum Mehltransport. Als Fuhrparkleiter trug er die Verantwortung für 70 Autos und 55 Kollegen und erinnert sich gerne an die Wende-Zeit und die neuen, fairen Möglichkeiten, die sich boten , als die Großbäckerei von dem Westberliner Investor Ostrowski gekauft wurde. Mit 62 Jahren wurde Karl Brett aus gesundheitlichen Gründen berentet.
Beide Bretts vereint seit 1968 nicht nur der Trauschein, sondern auch die Liebe zum Vierbeiner. Karl Brett hatte sich in diesem Jahr seinen ersten Schäferhund zugelegt, mit dieser Hündin die erforderlichen Lehrgänge besucht. Er schwärmt noch heute von deren Gelehrigkeit und wie sie alle Prüfungen bestand. Als Dienst- und Gebrauchshund war sie an seiner Seite, wenn es galt als VP-Helfer die Straßen Berlins sicherer zu machen.
Frau Brett kam zwangsläufig auch „auf den Hund“, wurde Zuchtwart, Nachzuchtbeurteiler, Zuchtrichter und Hauptzuchtwart für Riesenschnauzer, blieb aktiv bis 1989. Neid und Denunziantentum führten in dem Jahr zu einem Konfliktverfahren, in dessem Zuge sie sich aus dem aktiven Hundesport zurückzog. 1995 beendete auch Karl Brett seine aktive Zeit im Verein. Die Liebe zum Hund blieb bei den Eheleuten aber erhalten und so betreiben sie heute gemeinsam eine Hundepension. Die Pensionsgäste werden liebevoll betreut, die Anlage zeugt in ihrer bestechenden Durchdachtheit und Sauberkeit von der Liebe ihrer Betreiber zu den Gästen. Und wenn Frau Brett während des Interviews sagt. „Timmi ist gekommen“, meint sie nicht den Nachbarn oder eins der beiden adoptierten Kinder oder der inzwischen drei Enkel, sondern den Hund eines zufriedenen Kunden, der wieder einmal für eine Zeit ihr Gast sein wird.