MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Thomas Brilla
Ein fliegender Pfarrer
Pfarrer
Kirchgemeinde „St. Michael“
Schulstraße 3
16356 Werneuchen
Es mag ungewöhnlich klingen, aber genauso ist es bei Pfarrer Thomas Brilla. Und das im doppelten Sinne des Wortes. Denn einerseits betreut er als Pfarrer neben der Kirchgemeinde Werneuchen auch die Gemeinden Seefeld, Wesow, Krummensee und Löhme - „fliegt“ sozusagen zwischen seinen Gemeindekreisen hin und her und andererseits ist er im Besitz eines Pilotenscheins und genießt aus einem Ultraleichtflugzeug schon gern einmal die Sicht auf das Gebiet um Straußberg.
Thomas Brilla, geboren 1962 in Stralsund und Sohn eines Pfarrers und einer Krankenschwester, legte am kirchlichen Oberseminar in Potsdam sein Abitur ab, ging für zwei Jahre nach Naumburg und wechselte dann nach Berlin, um an der Kirchlichen Hochschule Theologie zu studieren. Für ein halbes Jahr unterbrach er das Studium, um „die Arbeitswelt kennen zu lernen“ und beendete es erfolgreich 1987. Für zwei Jahre arbeitete er als Vikar in Berlin-Marzahn, wo ihm besonders die Arbeit mit Kindern immer viel Freude bereitete. Nach Ende des Vikariats ging der Pfarreranwärter für sechs Monate zur „Stephanus-Stiftung“, eine Einrichtung zur Betreuung von pflegebedürftigen und geistig behinderten Menschen, und war hier für behinderte Kinder zuständig. Danach begleitete er bis 1993 eine Katechetenstelle und bewarb sich dann, im Einverständnis mit Ehefrau Renate, mit der er seit 1985 glücklich verheiratet ist, um eine Pfarrstelle in Fürstenwerder, einem ländlichen Gebiet bei Prenzlau. 2004, nach 11jähriger Tätigkeit, galt es, sich um eine neue Pfarrstelle zu kümmern. Seiner Frau zuliebe, die es mehr in die Stadt zog, bewarb er sich um die Pfarrstelle in Werneuchen, eine Landpfarrei mit Berlin-Anbindung, wie er es beschreibt, die er seitdem begleitet und gleichzeitig auch den Kirchenchor leitet. Mit Stolz berichtet Pfarrer Brilla von einem Kirchenschatz - die Archive von Seefeld und Werneuchen, deren Kirchenbücher und Matrikel-Urkunden bereits vor dem 30jährigen Krieg erstellt wurden und die noch immer in einem guten Zustand sind. Damit ist er in der Lage, Menschen zu unterstützen, die sich der Ahnenforschung widmen.
Seine Freizeit verbringt Pfarrer Thomas Brilla am liebsten im Kreise seiner Familie, zu der auch Sohn Clemens gehört. Gern liest er Bücher der Belletristik und Theologie, pflegt Hausmusik und ärgert sich über Lieblosigkeit und Ungerechtigkeit und wünscht sich die Gabe, ohne Manuskript frei predigen zu können.