MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Martina und Rolf Schmidt

“Man muss die Zukunft abwarten und Gegenwart genießen oder ertragen.“ (Wilhelm von Humboldt)

Martina und Rolf Schmidt

Raguhner Str. 12
06800 Jeßnitz
Fon: 03494 / 77490

Der Lebensmittelpunkt der Familie Schmidt ist von jeher der Ort Jeßnitz in Sachsen-Anhalt. Hier wurde das Mädchen Martina 1953 als Tochter eines selbstständigen Karosseriebauers und seiner Frau (Arbeit in der Schulküche und Farbenfabrik) geboren. Im Laufe der 10-jährigen Schulzeit prägte sich bei ihr der Wunsch aus einmal Lehrerin zu werden. Doch ihr Vater empfahl ihr, sich lieber für eine Bürotätigkeit zu entscheiden. Das tat sie dann auch und durchlief in der Farbenfabrik Wolfen eine Ausbildung zum Facharbeiter für elektronische Datenverarbeitung. Sie blieb im Betrieb, der indessen durch den Zusammenschluss mit dem VEB Elektrochemischen Werk Bitterfeld (EKG) zum VEB Chemiekombinat Wolfen geworden war, und arbeitete 10 Jahre im Rechenzentrum in Bitterfeld. Ihr Mann Rolf war da schon an ihrer Seite. 1969 hatten sich beide beim Kanusport kennengelernt, im Jahr 1972 geheiratet. Die Kinder Heiko (geb. 1971, selbstständiger Handwerker) und Sabine (geb. 1973, Köchin) bereicherten bald die Familie und haben indessen für drei Enkelkinder gesorgt. Martina Schmidt wechselte 1980 in die Buchhaltung der Vereinigten Einrichtung für Sozialwesen, erlebte hier die politische Wende in der DDR und mit ihr die Unruhen und Ängste die diese Zeit begleiteten. Die Fragen der künftigen Trägerschaft, des Erhalts der Arbeitsplätze, notwendiger struktureller Veränderungen u. a. m. bewegten die Gemüter und zogen sich in ihrer Lösung über die nächsten Jahre hin. Schließlich wurden die Einrichtungen alle der Caritas, der Diakonie und privaten Trägerschaft zugeteilt. Martina Schmidt wurde nahtlos von einem dieser Träger übernommen, erst als Wirtschaftsleiterin, später als Objektbeauftragte. Es wurde umstrukturiert und so wurde sie für die Heime als Verantwortliche dem Caterer zugeteilt. Nach und nach kamen immer mehr Heime dazu und am Ende waren es zehn Heime die in ihren Aufgabenbereich fielen. Wegen erwünschter Einsparungen sollte die Anzahl der zu betreuenden Einrichtungen für sie auf siebzehn angehoben werden. Nachdem sich Martina Schmidt damit nicht einverstanden erklärte wurde sie kurzerhand entlassen (2006). Nun bereits über 50 Jahre alt, war es nicht einfach sich auf dem Arbeitsmarkt neu zu orientieren. Der Zufall verhalf ihr 2008 zu einer Stelle als Verwaltungsleiterin und Prokuristin im Audi- und VW-Autohaus Bitterfeld, die sie bis 2012 in Vollzeit, dann in Teilzeit bis zum Renteneintritt mit 63 Jahren inne hatte. Rolf Schmidt erlebte mit, wie seine Frau aus ihrer Arbeit als Objektbeauftragte so unschön und undankbar entlassen wurde. „Das war mein Leben....“ sagte sie traurig. Gemeinsam mit ihr überwanden beide die große Enttäuschung. Er, 1952 geboren, und nach Abschluss der 10. Klasse eine Lehre zum Kfz-Schlosser in der PGH „Gute Fahrt“ Wolfen abgeschlossen, wechselte nach der Ausbildung wegen eines besseren Verdienstes in einen Baubetrieb. Die Firmenbezeichnungen wechselten ständig (letztendlich Kreisbaubetrieb Bitterfeld), der Betrieb blieb der gleiche und Rolf Schmidt in ihm tätig. 1989 qualifizierte er sich zum Meister Hochbau und nach der Wende zum Werkpolier Tiefbau. 1994 wurde von einer westdeutschen Firma abgeworben und ließ das zu wegen der Andeutung seines bisherigen Arbeitgebers über eine beabsichtigte Schließung des Unternehmens. Als Bauleiter war er nun im Tiefbau tätig bis auch die Bitterfelder Zweigstelle dieser Firma 1998 geschlossen wurde. Als Pendler in den alten Bundesländern zu arbeiten war keine Alternative für ihn. Arbeitslosigkeit und ABM wechselten bis ihm im Jahr 2000 eine Umschulung zum technischen Betriebswirt vermittelt wurde. Auf Grund einer Annonce fand er jedoch kurz darauf eine neue Anstellung an der EURO-Schule Aken und bildete fortan 12 Jahre benachteiligte Jugendliche für den Hoch- und Tiefbau aus. Die erforderliche Lehrbefähigung erlangte er mit einer pädagogischen Weiterbildung. Fehlender Ausbildungsbedarf führte zum im August 2012 zu seiner Kündigung, eine Arm-Operation zu länger beruflicher Auszeit. Indessen ist er Rentner. Seine innere Ruhe und ihr Organisationstalent haben zum Erfolg im Berufs- und Privatleben geführt. Die Familie stand stets hinter ihnen und beiden bedeutet sie sehr viel. Handwerkliche Tätigkeiten sind heute noch das Hobby von Rolf, kochen. nähen, gestalten das von Martina Schmidt. Seit 2003 ist sie Mitglied im Malverein. Und dass sie 2012 sporadisch den Vorsitz übernahm als der vorherige Vorstand seine Arbeit beendete, zeigt ihre Art zu leben und zu arbeiten: Ärmel hoch und los!
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