MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Renate Schmidt
Durchbeißen. Nie aufgeben.
Webereifacharbeiter
Industriekauffrau
Verwaltungsangestellte
Hermann-Wiedner-Str. 11
04774 Dahlen
Hartnäckigkeit kann zu den Eigenschaften von Renate Schmidt gehören. Nicht nur Freunde hat sie sich damit gemacht, aber in wahren Freunden und der Familie hatte sie stets einen Halt.
Geboren 1950 in Dahlen (Nordsachsen), wuchs sie im Kreis von drei Geschwistern auf. Die Großeltern hatten eine Neubauernstelle, so gab es schon in jungen Jahren viel Arbeit. Die Dahlener Schule besuchte die junge Renate von 1956 bis 1966. Zwei Jahre dauerte ihre Lehre zum Webereifacharbeiter beim VEB Glasseide Oschatz. Eine weitergehende Qualifikation auf der Fachschule verhinderte erst einmal die Familiengründung (Heirat und Geburt des Sohnes Thomas 1969). Bei Saisonarbeit in der Kartoffelhalle der örtlichen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) und als Verkäuferin im Oschatzer Haushaltwarengeschäft der Konsumgenossenschaft fand sie wieder Anschluss ans Berufsleben. 1973 warb sie der Dahlener Bürgermeister für eine Tätigkeit im Rathaus. Anfangs wirkte sie im Bereich Handel und Versorgung, dann im schwierigen Amt für Wohnungsangelegenheiten, später im Bereich Landwirtschaft. Vielseitig interessiert, engagierte sie sich gesellschaftlich beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), im Demokratischen Frauenbund (DFD), als freiwillige Polizeihelferin, im Beirat der Konsumgenossenschaft, im Bereich Zivilverteidigung. Als 1990 die gesellschaftlichen Strukturen der DDR zerbrachen, wurde ihr (und vor allem ihrem Mann) zu viel Staatsnähe angelastet. Ihre Kündigung war unrechtmäßig, nur langsam konnte sie sich eine neue Perspektive aufbauen. Nachdem sie einen Lehrgang mit Abschluss als Industriekauffrau absolviert hatte, fand sie 1993 beim Bundesamt zur Regelung offener Vermögensfragen neue Aufgaben. In Berlin selbst war sie hauptsächlich zu den nötigen Beratungen, weitgehend wirkte sie im sächsischen Bereich zwischen Plauen und Leipzig mit einer Kollegin als schnelle Eingreiftruppe, wann immer Lösungen zu suchen und zu finden waren. Die letzten acht Jahre bis zum Vorruhestand 2008, als die mobilen Einsätze weniger wichtig wurden, hatte Renate Schmidt ihren Dienstsitz ganz in Berlin. Da traf es sich günstig, dass ihr Mann seit 2001 in Rente war, die kleine Zweitwohnung in der Hauptstadt von ihr für die Arbeit, von ihm für Berliner Sehenswürdigkeiten genutzt werden konnte.
Mit ihrem Mann Ludwig, Diplom-Landwirtschaftler, lange im Staatsdienst tätig, konnte sie sich über zwei Enkelsöhne freuen.