MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Paul und Ursula Schmidt

Lasst uns gedenken derer, die gingen uns voran…

Paul und Ursula Schmidt

Maler und Lackierer
 Landwirtin
Sitten 25 d
04703 Leisnig

Großmutter Finger wurde zur prägenden Gestalt der jungen Ursula und später auch für ihren Mann Paul. Ihre Hilfsbereitschaft, Güte, Liebe, ihr Familiensinn bleibt ihnen unvergessen, waren Ansporn. Ursula Finger kam 1937 im schlesischen Metschlau zur Welt, Paul Schmidt 1936 in Glossen. Die Flucht vor der nahenden Front, vom Beschuss durch die „Rote Armee“ verschont, führte 1945 für die Fingers ins mittelsächsische Bockelwitz, wo sie unter schwierigen Bedingungen ein neues Zuhause fanden. Hier schloss Ursula mit der 8. Klasse ab. Für ein Jahr ging sie als Dienstmädchen nach Leipzig in Stellung, arbeitete auch kurz beim Bauern, ehe sie für drei Jahre als Anlernling in der Baumwollspinnerei Weißthal in Lohn war. Die Heirat 1957, die Geburt des ersten Sohnes Lutz im selben Jahr ergaben neue Prioritäten. Lange Jahre wurde die Agrargenossenschaft in Bockelwitz zu ihrem beruflichen Aufgabenfeld, eingesetzt im Feldbau, später im Obstbau, zuletzt im Schweinestall. 1967 wurde Tochter Corinna geboren, 1978 noch Sohn Stefan. Sieben Enkel erweiterten das Familienglück. Nach dem Umzug 1974 von Bockelwitz nach Sitten übernahm das Paar für 14 Jahre den Kirchendienst und obwohl es noch mühsam war mit der Hand zu läuten und z. B. Weihnachten drei Tage den Ofen mit Holz und Kohle zu feuern, taten sie das gerne. In der Gegend zwischen Oschatz, Mügeln und Leisnig, die den schlesischen Aussiedlern zur neuen Bleibe werden sollte, ist Paul Schmidt von Anfang an daheim. Krieg, Nachkrieg bedeuteten für die Familie (der Vater kam 1947 krank aus russischer Gefangenschaft endlich zurück) schwierige Jahre. Wenn der Hunger plagte, wurden die spielenden Kinder zur kleinen Räuberbande, mausten beim Bauern, beim Fleischer, beim Bäcker. Paul Schmidt wuchs in Pommlitz auf, begann in Ablaß den Schulbesuch, schloss 1951 die 8. Klasse in Mügeln ab. Dann ging es im Sommer in die Ernte, im Herbst zur Malerlehre nach Oschatz. Drei Jahre verpflichtete sich der fertige Geselle zur Kasernierten Volkspolizei, eingesetzt erst in Leipzig, dann beim Panzerregiment in Zeithain. Er agierte als Kommandant eines Panzers, schied als Feldwebel aus und wurde immer wieder bis 1989 zur Reserve einberufen, zuletzt im Dienstrang eines Oberleutnants. Im Zivilleben begann er im Tagebau der Kemmlitzer Kaolinwerke, arbeitete dann neun Jahre in Schichten untertage. 1966 wechselte er zum Spinnereimaschinenbau Leisnig in die Gießerei, später in den Fuhrpark, wurde stellvertretender Brigadeleiter. Die Kollegen der ausgezeichneten Brigade waren es auch, die ihm halfen, als es galt, das Haus in Sitten (heute Leisniger Ortsteil) auszubauen. 1991 ging er in Vorruhestand.
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