MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ritta Schmidt
Was Schmerz und Kummer vergessen lässt
Verkäuferin i. R.
Hermsdorf 1
09661 Rossau
Sie ist heiter, aufgeschlossen und ehrlich. Doch leider blieben auch ihr Schicksalsschläge nicht erspart. Sie bewältigte sie tapfer und sah nach Krisenbewältigung doch wieder Licht am Ende des Tunnels.
Uneigennützig und hilfsbereit hat sie im Leben immer mehr gegeben als genommen und war stets glücklich, sich selbst gesteckte Ziele erreicht zu haben. Adäquat dazu hängt in ihrem Heim ein sinnreicher Spruch: „Erfolg hat im Leben und Treiben der Welt, wer Ruhe, Humor und die Nerven behält.“ Und alle drei Dinge behielt sie ohne jeglichen Egoismus für sich.
Geboren wurde Ritta Schmidt am 23.07.1949 in Greifendorf. Sie genoss eine gute Kinderstube und wollte später Friseuse werden. Als Kind frisierte sie Verwandtschaft und Puppen. Heute erfreut sich ihr Lebenspartner eines flotten Schnittes. Eine weitere Vorliebe galt dem Schneiderberuf. Leider fand sie für beide Berufe keine Lehrstellte. Ritta Schmidt ließ sich zur Verkäuferin für Lebensmittel ausbilden und durfte ihrer Kreativität auch beim Dekorieren der Schaufenster freien Lauf lassen.
Anschließend zog sie nach Gebersbach zu ihrem Mann Günther. Das Paar heiratete 1969 und die Töchter Jana und Annett wurden geboren. Jede Tochter überraschte die Eltern mit drei Enkelkindern. Ein derzeit drei Wochen altes Urenkelchen macht das Glück natürlich vollkommen.
Doch zurück. Ritta Schmidt begann beim Kraftverkehr Waldheim im Verwaltungsbereich und wechselte sechs Jahre später zum VEB Posamente Waldheim. Produziert wurden u. a. diverse Verzierungen wie Kordeln, Borten und Fransen. Insbesondere letztere wurde damals in riesigen Mengen in die SU exportiert. Auch hier hatte Ritta Schmidt großen Spaß an der Herstellung dieser Dinge, war geachtet und anerkannt, empfing vielerlei Auszeichnungen und wurde zur Bestarbeiterin gekürt.
Mit der Wende war Schluss. Ritta Schmidt stand fassungslos vor dem Nichts und sollte auch für die nächsten Jahre psychisch und physisch an ihre Grenzen stoßen.. Beruflich hielt sie sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, pflegte lange Zeit ihre Schwiegereltern und als die eigene Mutter an Demenz erkrankte, pflegte sie auch diese über einen großen Zeitraum im eigenen Haus. Ehemann Günter verstarb 2003 und so folgte ein Schock dem nächsten.
Doch wieder leuchtete Licht am Ende des Tunnels. Lebenspartner Karl ist für Ritta Schmidt ein treuer und zuverlässiger Alltagsbegleiter. Mit ihm hat sie auch schöne Urlaubsreisen in die Welt gemacht. Und wenn Festtage mit der gesamten Familie verbracht werden, was ihr sehr wichtig ist, sind Schmerz und Kummer vergessen.