MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Karl Schmidt
In Württemberg und Südafrika ...
Pfarrer i. R.
Saumweg 21
70192 Stuttgart
... wirkte der ambitionierte Theologe auf unterschiedliche Art und Weise. Zweifellos war der fünfjährige Missionsaufenthalt im damals noch durch die Apartheid geprägten Land der Höhepunkt in seiner beruflichen Laufbahn, auch wenn die Arbeit als Pfarrer hier ebenso wichtig erscheint.
Karl Schmidt wurde 1928 als Sohn eines Gymnasiallehrers in Stuttgart geboren. Während der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg konnte sich der Schüler auf besondere Weise auszeichnen, indem er in der Stuttgarter Birkenwaldstraße ein Haus vor den Flammen retten konnte. Nach dem Abitur absolvierte er ein Studium der Theologie in Tübingen und Göttingen. Von 1958 bis 1966 war er als Pfarrer in Unterheimbach (Dekanat Weinsberg) tätig. Von der Landeskirche wurde er dann als Distriktpfarrer für fünf Jahre in die älteste vorhandene Mission am Ostkap in Südafrika geschickt. Die vielfältigen Erfahrungen dort, vor allem das unbeschreibliche Unrecht gegenüber der schwarzen Bevölkerung, beeinflussten seine eigene Position auch beim ökumenischen „Antirassismusprogramm“ gegenüber seiner eigenen Kirche auf recht kritische Weise. Daraus folgte auch ein starkes Engagement in der Aktionsgruppe „Freiheit für Mandela“. Den späteren Präsidenten konnte er dann persönlich kennenlernen. Die südafrikanische Hafenstadt Durban hat ihn mit dem Preis „For the contribution to South Africa`s Freedom and Democracy“ ausgezeichnet.
Von 1971 bis 1990 war Karl Schmidt Pfarrer in Bönnigheim und Stuttgart. Seit seinem Ruhestand Mitglied der SPD, engagiert er sich heute vor allem beim Apartheid-ähnlichen Nahostkonflikt. Aber auch die Aktion „Stolpersteine“ in Stuttgart-Nord unterstützte er maßgeblich, so wie er sich bis heute für einen gerechten Frieden im Nahen Osten einsetzt.
Karl Schmidt hat 1955 seine Ehefrau Ilse geheiratet. Sie verstarb im Jahre 2008. Als Mitglied bei den evangelischen „Boykottfrauen“– „Kauft keine Früchte der Apartheid“ gehörte sie auch zu den engagierten Veränderungswilligen wie er selbst. Zur Familie gehören fünf Kinder, darunter vier Töchter. Gern hat er sie zu Besuch, ansonsten beschäftigt sich Pfarrer Schmidt bei Gartenarbeit oder mit Musik, so singt er noch heute regelmäßig in der Kantorei.