MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

Gesamte Liste anzeigen

Heinz Schmidl

„Wer nicht vom Fliegen träumt, dem wachsen keine Flügel.“ (Robert Lerch)

Heinz Schmidl

Mechaniker
Ing.-Pädagoge
Modellbauer
Geithainer Str. 17
09306 Rochlitz
Fon: 03737 / 46737

Heinz Schmidl wurde 1929 als einziger Sohn eines Schlosser und einer Repassiererin in Chemnitz geboren. Das Geschenk zu einem Kindergeburtstag beeinflusste sein ganzes späteres Leben: Der Rundflug über Chemnitz begeisterte den Jungen dermaßen, dass er fortan der Fliegerei regelrecht verfallen war. Das änderte sich sein ganzes Leben lang nicht mehr. Bis zum 14. Lebensjahr wuchs er in Chemnitz auf, absolvierte die Volksschule. In Berlin (Fliegertechnische Vorschule der Luftwaffe) begann er danach eine Lehre als Flugzeugelektromechaniker. Mit 15 Jahren wurde er nach Polen kommandiert um „das großdeutsche Reich zu retten“. Doch stattdessen hieß es bald Reißaus vor den Russen zu nehmen und von Polen bis nach Westdeutschland täglich ca. 60 km zurückzulegen. „Eine harte Zeit, aber ich möchte sie nicht missen“ resümiert er heute. In Osnabrück endete die Odyssee schließlich in amerikanischer Gefangenschaft. Später von den russischen Alliierten übernommen, fand er sich in einem Lager nahe Berlin wieder – abgesetzt auf einer großen Wiese, völlig entkräftet und an Ruhr erkrankt. Überlebt hat er Dank der Hilfe eines Arztes, von dem sich herausstellte, dass er auch aus Chemnitz stammte, 1936 nach Amerika ausgereist war und zudem der Onkel des besten Freundes von Heinz Schmidl war. Ein unvorstellbares Zusammentreffen und unfassbares Glück für den Gefangenen Schmidl! Nach Übernahme des Lagers durch die Engländer gelang ihm mit zwei Kameraden aus Chemnitz die Flucht. Nach vielen Wochen in Chemnitz angekommen fand er die ausgebombten Eltern erst später in Lunzenau wieder. Da er über keine abgeschlossenen Lehre verfügte, suchte er sich eine Arbeit, fand sie im VEB Sternradio und hatte das Glück seine Lehre dort in der Versuchswerkstatt fortsetzen und beenden zu können – als Mechaniker. Die Fliegerei ging im nicht aus dem Sinn. Mit einem Kollegen rief er im Betrieb den Flugsport (Modell- und Segelflug) ins Leben. 1948 den Facharbeiter in der Tasche, war er bereits zwei Jahre später soweit, selbst Lehrlinge in der Praxis ausbilden zu können (Lehrwerkstatt Sternradio). 1952 erlangte er den Lehrmeister-Abschluss, danach den Ingenieur-Abschluss und anschließend noch an der TU Dresden den als Ing.-Pädagoge. Sein weiterer Einsatz erfolgte an der Berufsschule als Berufsschullehrer (verantwortlich für Kultur und Sport und technische Berufe). 30 Jahre war er hier tätig. Als „Systemnaher“ wurde er mit 65 Jahren 1994 in den Ruhestand versetzt. Er hatte sich nach den Kriegserlebnissen für eine bessere Welt einsetzen wollen, war SED-Genosse geworden und wurde nun als solcher geächtet. Der Flieger (Segelflugzeuge) und Fluglehrer gehört seit 70 Jahren dem MSC Rochlitz e. V. an, ist seit 2003 Ehrenmitglied. Seine Frau Traute (verstorben 2016) hat 66 Jahre sein Leben begleitet. Den Eheleuten waren fünf gemeinsame Kinder vergönnt. Die Enkel- und Urenkelzahl ist für Heinz Schmidl heute schwer aktuell zu halten, es sind schon mehr als 15! Mit Dankbarkeit denkt er daran zurück was seine Frau für die Familie geleistet hat und wie großzügig sie ihn unterstützte und sein Hobby ausleben ließ. Wertschätzung ist in der Familie geläufig. Seine Kinder achten die Leistung ihres Vaters, der auch das Haus in dem er heute lebt selbst errichtet hat. „Am glücklichsten bin ich wenn alle gesund sind. Und ich möchte noch ein paar Jahre für meine Familie da sein.“ sagt der betagte, gradlinige und beeindruckend geistig rege Mann, dessen Lieblingsbeschäftigung heute noch der Modellbau ist.
Gesamte Liste anzeigen

  • Der Verlag
  • Gesichter der Regionen
  • VWM-Info
  • Menschen und ihre Gesichter
  • Suche
  • Ihre Empfehlung
  • Unser Anliegen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz