MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gundela und Hubert Schmidt

„Wo es keine Arbeit gibt, gibt es keine Würde.“ (Franziskus, Bischof von Rom und Papst)

Gundela und Hubert Schmidt

Kinderkrankenschwester
Bäcker
Zschirlaer Dorfstr. 5
04680 Colditz OT Zschirla
Fon: 034381 / 43208

Hubert Schmidt wurde 1943 als Sohn einer Verkäuferin und eines Bäckermeisters in Zschirla geboren. Jedes Dorf hatte früher seinen eigenen Bäcker, seinen eigenen Fleischer, seine Schmiede, seine eigene Schule..., erinnert er sich. Heute ist nichts mehr davon übrig. Von der Bäckerei seines Vaters zeugt nur noch der Schornstein des Hauses, das er mit seiner Frau bewohnt. Seine berufliche Zukunft stand zeitig fest: Bäcker sollte und wollte er werden. Nach dem Abschluss der 8. Klasse lernte er bei seinem Vater den Beruf, arbeitete 15 Jahre in der väterlichen Bäckerei. Dann wechselte er als Geselle in eine Bäckerei nach Colditz, erlebte hier zwei Inhaberwechsel mit. Er hatte 1970 seine Frau Gundela geheiratet. Die Kinder Susanne (geb. 1971, Krankenschwester), Holger (geb. 1971, Bäcker), Sylvia (geb. 1978, Köchin) und Robert (geb. 1980, Bäcker) wurden in den Folgejahren geboren. Zuhause war es deshalb zu eng geworden und der Unterhalt für die Familie musste weiter verdient werden nachdem der Vater seine Bäckerei 1973 gesundheitsbedingt schließen musste. Das waren die Gründe für seinen Wechsel nach Colditz. Bis zu seinem Renteneintritt im Jahr 2010 blieb er im Beruf, hielt so die Bäckertradition in der Familie aufrecht, die sein Großvater schon 1900 begründet hatte und heute beide Söhne weiterführen. „Viele Jahre gab es nichts. Wir haben noch Krokant und Eis selbst gemacht....“ erzählt er aus den Anfänger- und DDR-Jahren. Und davon, dass das nach der Wende anders war. Da gab es viele neuen Zutaten und Krokant und Eis konnten fertig bestellt werden. Von der ehemaligen Landwirtschaft, die einst auch den Eltern gehörte, haben die Schmidts heute die Nutzflächen verpachtet. Der Garten ist groß genug. Doch ein Pony und ein paar Hasen für die Enkel sind noch da und bereiten allen weiterhin Freude. Gundela Schmidt ist es gewöhnt sich um Tiere und Garten zu kümmern. 1950 in eine Landwirte-Familie hineingeboren, hieß es schon während der Schulzeit: Nachhause kommen, Ranzen in die Ecke und raus aufs Feld. Alles war noch Handarbeit, jeder musste da mit ran. Mit Eintritt in die LPG Typ I und später Typ III wurde die körperliche Arbeit etwas leichter, doch heute noch sagt sie: „Ich weiß, was Arbeit heißt, habe es zeitig lernen müssen.“ Nach der Schulzeit ließ sie sich zur Kinderkrankenschwester ausbilden und arbeitete in dem Beruf bis zur Hochzeit mit ihrem Mann. Für drei Jahre half sie nun in der Bäckerei der Schwiegereltern und in deren privater Landwirtschaft mit. Ab 1973 wurde sie als Aushilfe bei der Post und im Kindergarten tätig. Nach der Wende erlebte sie die Schließung dieser Einrichtungen mit, war selbst von Arbeitslosigkeit betroffen. Indessen ist auch sie Rentnerin. Die Schmidts sind stolz auf ihre große Familie, zu der mittlerweile auch fünf Enkel und zwei Urenkel gehören. „Am glücklichsten sind wir wenn wir alle zusammenkommen“ erzählt Gundela Schmidt. „Und wenn es raus geht, in den Garten und zu meinen Viechern“ ergänzt Hubert Schmidt. 40 Jahre war er bei der Freiwilligen Feuerwehr. 27 Jahre davon Wehrleiter. Indessen gibt es auch diese Feuerwehr nicht mehr. Gundela Schmidt singt seit sechs Jahren im Kirchenchor Zschirla-Erlbach. Dass das einstige Dorfleben verloren gegangen ist, bedauern die beiden. Man trifft die Leute nur noch beim einkaufen im Supermarkt – leider!
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