MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hartmann Schmidt
Stolz auf sein Berufsleben als Jurist
Justitiar / Rechtsanwalt
99089 Erfurt
Er hat sich im Leben immer durchgesetzt. Seine Durchsetzungskraft bezeichnet Hartmann Schmidt aus Erfurt als persönliche Stärke. Der studierte Jurist, geboren 1936 in Geraberg in Thüringen, war zweimal verheiratet und wurde zweimal geschieden. Der Thüringer hat zwei Töchter aus erster Ehe, zwei Enkelinnen und zwei Urenkel (Junge und Mädchen). Hartmann Schmidt lebt allein und liest gern. Die Bücher von Karl May hat er regelrecht verschlungen. Aufgewachsen in der Thermometer-Stadt Geraberg und dort zu Kriegszeiten 1942 eingeschult, sollte er nach dem Abschluss der 8. Klasse (1950) – wie fast alle in seiner Familie – Glasbläser werden. Auch wenn er diesen Beruf von 1950–1953 erlernte, arbeitete er nur drei Monate als Glasbläser. Hartmann Schmidt, der ursprünglich Historiker werden wollte, weil er sich immer sehr für Geschichte interessiert hatte, ließ sich von seinem Betrieb an die Arbeiter- und Bauern-Fakultät (ABF) Jena vermitteln. Denn er hatte das Ziel, in den folgenden drei Jahren seines Lebens die Hochschulreife nachzuholen. 1956 machte er sein Abitur und studierte 1956–1961 Jura an der Berliner Humboldt-Universität. Nach seiner Studienzeit (einschließlich Praxisjahr) arbeitete der Thüringer als Justitiar im Gewerkschaftshaus in Erfurt. Dort beschäftigte sich Hartmann Schmidt unter anderem mit Arbeitsrecht und Grundstücksrecht. Er war übrigens der einzige beim Bezirksvorstand des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) angestellte Justitiar. Bis zur Wende blieb Hartmann Schmidt in seinem Amt in Erfurt. Nach dieser Zeit beschäftigte ihn eine Überleitungsgesellschaft (Treuhand) bis 1993. „Alles, was dem FDGB an Grundstücken nicht gehörte, hatte ich in punkto Bestandsaufnahme zu recherchieren und rechtlich zu ordnen“, blickt der Jurist zurück. Mit einer Rechtsanwaltszulassung, die Hartmann Schmidt nach der Wende bekommen hatte, konnte er 1993–1996 bei der AOK angestellt werden. Das entsprach auch voll und ganz seinen Wünschen. Außer Strafrecht bearbeitete er dort alles. Mit 60 Jahren ging er in Rente. Heute ist Hartmann Schmidt stolz auf seinen beruflichen Werdegang. Seine Mutter hat ihn in jungen Jahren am meisten unterstützt, denn seinen Vater, der im Zweiten Weltkrieg gefallen war, hatte er nie kennengelernt. Glück bedeutet für ihn persönlich, „wenn man zufrieden ist“, sagt Hartmann Schmidt. Sein größter Wunsch sei es, im hohen Alter, das der Erfurter inzwischen erreicht hat, „so zu sterben, dass es für ihn gesundheitlich erträglich ist“. Bis auf seine Schwerhörigkeit, die ihn einschränkt, geht es Hartmann Schmidt gut. Er lebt sehr gern in Erfurt und hält Kontakte zu seinen Kindern. Die älteste Tochter lebt wie ihr Vater in Erfurt und hat dort eine Praxis für Physiotherapie eröffnet. Die jüngere Tochter wohnt in Berlin und ist Beamtin bei der Arbeiterwohlfahrt.