MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hugo Schmidt
Pferdenarr und Goethefreund
Vorsitzender Reit- und Fahrverein Waltershausen e.V.
99880 Waltershausen
Mit Pferden hat Hugo Schmidt schon in seiner Kindheit zu tun, da
seine Eltern Landwirte waren. Sein Interesse an Johann Wolfgang von
Goethe ist jüngeren Datums, steht dem an den Pferden jedoch nicht viel
nach.
1942 in Ufhoven bei Bad Langensalza geboren, besucht Hugo
Schmidt die Grundschule in Craula, absolviert sodann eine Bergmannslehre
und arbeitet bis 1959 als Bergmann an der Grenze zu Bayern.
Nach der Armeezeit und mehreren Jahren in einem Bohrbetrieb kommt
er 1969 nach Waltershausen, wo er zunächst in der Puppenfabrik arbeitet,
danach als Hauptmechaniker in der Lackfabrik, um dann bis zur
Wende in der LPG, Bereich Technik, tätig zu sein. In der Zeit von 1969
bis 1974 erwirbt er im Fernstudium an der Hochschule Fürstenwalde
seinen Diplomingenieur in chemischer Technologie. Nach der Wende
gründet er seinen eigenen Speditionsbetrieb, als ihm 1994 durch Ärzte
die Diagnose Kehlkopfkrebs eröffnet wird. Es ist die achte Strophe aus
Goethes „Zahme Xenien“, die ihm Kraft gibt und die er auch zitiert,
wenn es um sein Lebensmotto geht, und in der es unter anderem heißt:
„Gut verloren, etwas verloren ..., Ehre verloren, viel verloren ..., Mut
verloren, alles verloren! Da wär´ es besser, nicht geboren“. Er verliert
nicht den Mut und kämpft sich durch. Er kümmert sich vermehrt um
sein bisheriges Hobby, die Pferde, und die Freude, die er mit ihnen hat
und die er mit ihnen auch anderen, insbesondere Kindern, vermitteln
kann, gibt ihm Kraft und hilft ihm, die Krankheit zu besiegen. Im Jahr
2000 gründet er den Reit- und Fahrverein Waltershausen e.V., dessen
Vorsitzender er bis heute ist. Von der Stadt pachtet man das Gelände am
Stadtberg und richtet es als Sommerquartier her neben dem Winterquartier
in der Löbergutstraße. Mit seinen Planwagen und seinen Kutschen ist
der Verein bei den Festen in der Umgebung gern gesehen. So ist man
beim Sommergewinn in Eisenach, beim Erfurter Oktoberfest und auch
beim Barockfest in Gotha, unterstützt aber auch andere Vereine mit
dem eigenen Equipment. Für die Zukunft plant der Verein, das Gelände
für Springreiten und Vielseitigkeitsprüfungen herzurichten. Ein erstes
größeres Turnier mit Geländeprüfung hat er erstmals im Juni 2008
durchgeführt. Neben seiner Frau, seiner Tochter, den beiden Enkelkindern
und natürlich seinem Hund, einem Kuvacs, ist es der Verein, der seine
erweiterte Familie ist.