MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hanna und Herbert Schmidt
„Spuren von Liebe“
Erzieherin, Unterstufenlehrerin i. r., Polizeimeister i. R.
06132 Halle
Mit Liebe und Fürsorge hat sie die Menschen verwöhnt, die ihr nahe standen, die ihr anvertraut waren. Ihren Mann, ihre fünf eigenen Kinder und die vielen fremden. „Kinder, die zu Hause keine Unterstützung fanden, die habe ich an meine Seite genommen“, beschreibt Hanna Schmidt ihr Verständnis vom Kümmern um die anderen.
Schon im Kindergarten stand für die kleine Hanna fest, dass sie Kindergärtnerin werden wollte. Und sie geht ihren Weg. Nach der Volksschule in Halle wechselt sie zur Klosterschule. Macht ihren Abschluss als Kinderpflegerin, dann als Kindergärtnerin. Und obwohl sie das nicht will, setzt man sie als Hortnerin ein.
Mit ihrem Mann Herbert, einem Maurer und späteren Polizeimeister zieht sie 1956 in ein Haus nach Ammendorf.
Hanna Schmidt wird Hortnerin an der Friedensschule. 35 Kinder betreut sie täglich. Übt mit ihnen schreiben, lesen und rechnen. Bastelt und singt mit ihnen, unternimmt Ausflüge und Ferienreisen. Bringt ihnen, genauso wie dem eigenen Nachwuchs, das Schwimmen bei.
Zwei Jahre besucht Hanna Schmidt die Abendschule und legt 1964 die 1. Lehrerprüfung ab. Als Unterstufenlehrerin springt sie ein, fällt ein Kollege aus.
Im Interesse der Kinder habe sich nicht immer an die Vorgaben des Volksbildungsministeriums gehalten, gesteht Hanna Schmidt. Die Kinder hätten es ihr gedankt.
Abschalten vom Alltag kann Hanna Schmidt im Garten. „Den habe ich meistens am Wochenende gerichtet“, erzählt sie. „ Und das schon vor dem Frühstück.“
30 Jahre bleibt Hanna Schmidt Hortnerin. Regelmäßig holt sie ihr Mann von der Schule ab. „Ohne mich konnte er nicht leben“, sagt sie. Fußball habe er gespielt und den Kindern immer in Erdkunde und Geschichte geholfen. Ein „toller Vater“ sei er gewesen.
2003 stirbt Herbert Schmidt. Er habe im Chemischen Kombinat Bitterfeld Stoffe abfüllen müssen, die der Gesundheit geschadet hätten, meint seine Frau.
Hanna Schmidt ist stolz auf ihre Kinder, die „etwas Ordentliches geworden“ sind. Ute, die Jüngste, lebt noch in der Nähe. „Doch Weihnachten, da kommen sie alle. Es gibt Lammbraten, Klöße und Kartoffeln.“
Hanna Schmidt weiß, vieles nimmt sie sich sehr zu Herzen. Etwas leichter möchte sie über die Dinge hinwegkommen.
Friedlich wolle sie einmal einschlafen, wie ihr Mann, wünscht sich die 80jährige. Und noch immer voller Fürsorge ergänzt sie: „Damit meine Kinder keine Sorgen mit mir haben.“
Das Wertvolle, was Menschen wie Hanna und Herbert Schmidt hinterlassen, Albert Schweitzer nennt das „Spuren von Liebe“…