MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Helga und Sven Schmidt

Familienbande

Helga und Sven Schmidt
Kesselwärterin und Hochseefischer

06667 Burgwerben

Mutter und Sohn Sven sind ein eingespieltes Team und leben im gleichen Haus. Viel konnte sie sich vom Junior in Sachen Computerwissen abschauen – so viel, dass sie die Vorzüge des technischen Alleskönners zum Hobby auserkor. Doch ist Helga Schmidt, am 30.03.1949 im Wohnhaus der Eltern in Burgwerben geboren, stolz auf alle ihre Kinder. Silke ergriff den Beruf der Stenotypistin, Heike wurde Lehrerin, Thomas Maurer. Sohn Sven erblickte am 13.01.1970 in Weißenfels das Licht der Welt und fährt zu hoher See. Doch zurück. Frau Schmidt widmete sich nach der Schule von 1964 bis 1967 an den Leuna-Werken einer dreijährigen Lehre zur Maschinistin für Dampferzeugung (Kesselwärterin). An automatische Arbeitsabläufe war damals noch nicht zu denken – heute gibt es nur noch computergesteuerte Anlagen. Mehrere Kesselhäuser versorgten Büros, Forschungs- und Produktionsabteilungen von Leuna. So oblag der Wärterin die Überwachung des Wasserstandes, Nachspeisen wie Kontrolle des Dampfdrucks, was riesige Verantwortung bedeutete. Fehlbedienung oder Unachtsamkeit bedeuten Gefahr. Somit konnten nur überaus zuverlässige, vor allem ausgebildete Leute für diese Tätigkeit eingesetzt werden. 1987 wechselte Frau Schmidt in die Telefonzentrale der Getreidewirtschaft Weißenfels, koordinierte Telefonate und verteilte die Post. Ehemann Volker traf sie 1968, heiratete ihn 1980 und lebte die vielen Jahre in wilder, glücklicher Ehe. Sohn Sven lernte auf einem kleinen Kutter des VEB Fischfang Saßnitz Vollmatrose der Hochseefischerei. Gefischt wurde vorrangig Hering, der noch an Bord verzehrfertig zubereitet wurde. Mit der Wende musste er den Betrieb vier Monate lang abwickeln und fand bei Doggerbank Bremerhaven neue Arbeit. Heute geht es auf großen Schiffen in die Welt hinaus. Sven Schmidt lernte u. a. Chile, Westafrika und Europa kennen, befuhr die Nordsee wie den Atlantik. An Bord müssen die Fischer als Mädchen für alles Arbeitsabläufe noch immer selbst übernehmen. Herrn Schmidt fällt es nicht schwer, mit Schleppnetz gefangene Heringe, Makrelen, Schildmakrelen und blaue Wittlinge frostfertig vorzubereiten – hatte er einst alles von der Pike auf gelernt. Nach sieben Wochen See geht’s für sieben Wochen nach Hause ins schöne Häuschen. Damals managte Frau Schmidt den Bau innerhalb von nur sechs Monaten vom Krankenhausbett aus und empfängt heute bei starken Familienbanden gern ihre Enkel Stephan, Alexander, Miriam, Oliver und Cedric.
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