MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hans Schlosser

„Man lebt zweimal, das erste mal in der Wirklichkeit, das zweite mal in der Erinnerung“ (Verfasser unbekannt)

Hans Schlosser

Am Jahnhaus 3
09212 Limbach-Oberfrohna
Fon: 03722 / 86522

Man sieht es ihm nicht an, dass er 90 Jahre alt wird im Jahr 2018. „Aber man merkt es selbst schon... mir geht es jedoch dem Alter entsprechend gut, ich will nicht jammern....“, sagt Hans Schlosser und erzählt weiter von seiner sehr zufriedenen, wenn auch nicht verwöhnten Kindheit. Der Vater arbeitete als Maurer, die Mutter war in Heimarbeit tätig (Handschuhe nähen) um die fünf Kinder betreuen zu können. Nach der Schule wartete auf den Nachwuchs das Mittagessen zu Hause, gespielt wurde im Steinbruch, im Wald, auf der Heide und am Bach. Bei gutem Wetter barfuß und immer an der frischen Luft, war die Kinderschar vergnügt und unbeschwert. Doch der Krieg trübte diese Stimmung zeitweise. Der Vater wurde zweimal einberufen, überlebte den 1. und den 2. Weltkrieg. Der Bruder hatte nicht so viel Glück. Zwar auch zurückgekehrt, starb er mit nur 58 Jahren an den Folgen des zugezogenen Fleckfiebers. Hans Schlosser besuchte von 1934–1942 die Schule – geprägt vom Nationalismus und getragen von den fanatischen Anhängern sowie still duldenden Mitläufern. Im Nähmaschinenwerk „Julius Köhler“ in Limbach lernte der junge Mann den Beruf Feinschleifer. Im Zuge der Kriegsverpflichtung stellte der Betrieb indessen Rüstungsgüter her – Lehrling Schlosser wurde mit eingesetzt. Seinen Facharbeiterbrief holte er aus dem Werk noch ab während schon die Amerikaner in Anmarsch waren, alles unter Beschuss stand. Zwei Tage später wurde das Werk geschlossen, er selbst in Folge bei der Demontage mit eingesetzt. Auch in Oberfrohna waren Bomben gefallen, musste aufgeräumt und aufgebaut werden. Den modernen Maschinen beraubt, konnte später die Produktion in den Werken nur mit veralteten Produktionsmitteln aufgenommen werden. 1945 gelang es Hans Schlosser wieder als Feinschleifer in der Nähmaschinenfabrik „Ernst Schubert“ zu arbeiten. 1951 ging er zurück in den Lehrbetrieb – nun VEB Spezialnähmaschinenwerk Limbach. Er erlangte auf der Abendschule den Abschluss als Meister der volkseigenen Industrie (1959), arbeitete auf entsprechender Planstelle bis 1970. Im Januar 1971 nahm er die Tätigkeit als Technologe im VEB Wirkmaschinenbau Limbach auf, war hier bis zur Wende beschäftigt. Ein paar arbeitsfreie, schöne Jahre mit Ehefrau Christine (Heirat 1951) konnte er noch erleben, bevor diese im Jahr 2008 verstarb. Eine einschneidende Erfahrung, denn beide waren sich sehr zugetan und er sagt heute noch: „Glück war, dass ich meine Frau gefunden habe...“ Einsam ist er indessen trotzdem nicht. Die Familie seiner Frau, seine Schwester und die Mitbewohner im Haus sind stets für ihn da. Seine Lieblingsbeschäftigung war immer der Schrebergarten, doch im Jahr 2017 wird er sich nun doch von ihm trennen und ein wenig ruhiger treten. Gerne denkt er an seine Zeit bei der Freiwilligen Feuerwehr zurück. 1942 eingetreten um nicht zur Hitlerjugend zu müssen blieb er ihr treu bis zur Wende (ab 1951 Betriebsfeuerwehr) und Auflösung der Betriebe. Geehrt wurde er für sein Engagement mit den Ehrennadeln der Feuerwehr in Bronze, Silber und Gold. In seiner Familie haben einige ein recht hohes Alter erreicht und so wünscht er sich dass die Gesundheit ihm das auch ermöglicht. Ein viel größerer, leider unerfüllbarer Wunsch aber wäre seine Frau wieder an seiner Seite zu haben.
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