MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Schlöbe

Auch das Neue stets mit kritischem Blick betrachten

Kindergärtnerin
07589 Münchenbernsdorf

Beate Schlöbe wird am 17. Oktober 1952 in Triptis geboren, nach der Einschulung zieht die Familie nach Münchenbernsdorf, wo der Vater herstammt. Die Eltern arbeiten in der hiesigen Fabrik und auch Beate Schlöbe kann sich noch gut an die Unruhe erinnern, als diese nach 1990 schließt und tausende Menschen in der Region mit einem Mal ohne eine Perspktive dastehen. Beate Schlöbe lernt bereits in der Schule ihren späteren Mann Reiner kennen, den sie 1971 heiratet. In den Jahren 1972 und 1977 werden die Töchter Nicole und Jeannette geboren. Reiner Schlöbe übernimmt bereits zu DDR-Zeiten nach dem Abschluss des Wehrdienstes als Kfz-Meister eine eigene Werkstatt. Beate Schlöbe kann sich noch gut an die oft endlosen und nervenaufreibenden Rennereien nach Ersatzteilen erinnern. Doch dann erkrankt der Mann, er kommt zunächst in einer kommunalen Einrichtung als Hausmeister unter und wird dann noch zu DDR-Zeiten berentet. Inzwischen gehören zwei Enkelkinder zur Familie, über die die Großeltern sehr glücklich sind. Während der Schulzeit lässt sich Beate Schlöbe überzeugen, Kindergärtnerin zu werden, die damals dringend gebraucht werden. Nach dem Abschluss der Fachschule arbeitet sie in Kindergärten in Weida später in Saara. Doch die Verbindungen sind sehr ungünstig, so ist sie froh, als sie eine Stelle in Münchenbernsdorf antreten kann. Zeitweilig wird erwogen, sie zur Leiterin des Kindergartens zu berufen, doch da sie nicht in der SED ist, klappt es damit nicht. Dann kommt das Jahr 1990 und mit ihm zahlreiche strukturelle und personelle Änderungen. Nicht immer setzen sich bessere Konzepte durch, oft spielen auch alte und neue Netzwerke eine Rolle. Auch Beate Schlöbe muss in den folgenden Jahren immer wieder neue finanzielle Einbußen hinnehmen, wenn sie dagegen aufbegehrt, wird ihr die Kündigung angedroht. Auch die oft nur von Sparzwängen bestimmten pädagogischen Konzepte bereiten ihr Sorge. So werden Altersgruppen mit völlig unterschiedlichen Bedürfnissen zusammengemischt, was gerade bei Ausflügen oft zu chaotischen Situationen führt. Auch die „offene“ Erziehung sieht Beate Schlöbe kritisch. „Wie kann es sein, dass Kinder ihren Mittagsschlaf unter dem Tisch abhalten, wo andere vorher gegessen haben?“, fragt sie sich oft. Ihren Ausgleich zu den Mühen des Alltags findet sie damals und jetzt als Rentnerin bei der Arbeit im Garten und beim Schmökern in spannenden Krimis. Beate Schlöbe wünscht sich, noch viele schöne Jahre bei guter Gesundheit im Kreise ihrer Familie verbringen zu können.
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