MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

Gesamte Liste anzeigen

Helga und Rudolf Schmaler

„Tau Helga“ (plattdeutsch)

Helga und Rudolf Schmaler

Krippenerzieherin und Fernmeldemechaniker
19063 Schwerin

Bereits in 2.Generation existiert die Gaststätte seit 1990 in Schwerin. Typisch norddeutsch, ohne Schnick-Schnack, gibt es Spezialitäten der Region mit frischen Produkten, das Erfolgsrezept bei „Tau Helga“. Eine Besonderheit ist die offene Küche. Angefangen hat alles mit der Wende und einem Imbiss-Verkauf durch`s Fenster. Helga und Rudolf Schmaler hatten damit vorausschauend auf die kommenden beruflichen Veränderungen 1989 branchenfremd begonnen. Frau Schmaler liebte Ihre Arbeit mit den „Größeren“ in der Kinderkrippe. Sie hatte dazu nach der Lehre zur Säuglingserzieherin zusätzlich das Staatexamen als Krippenerzieherin abgelegt. An Aussagen aus Kindermund erinnert sie sich heute noch begeistert. Ab 1990 wurden die Krippen jedoch schrittweise geschlossen. Ihr Mann Rudolf lernte in der Kfz-Branche und als 2.Beruf Fernmeldemechaniker bei der Post. Er war als Überwachungstechniker für Hebezeuge in der ganzen DDR unterwegs. Vor ihrem Wechsel in die Gastronomie hatten sich beide fachkundig gemacht. Sie bekamen Unterstützung und Tipps von einem Großhändler, auch die Bank stand beratend an ihrer Seite. Sie haben viel hinterfragt und nicht erst probiert. Das hat Geld gespart und sie konnten sinnvoll investieren. Für den Imbiss sammelten sie sich die Erstausstattung gebraucht zusammen. Mit dem schrittweisen Um- und Ausbau in die Gaststätte nutzten sie das eigene Heim, zogen vorerst in die Hinterräume, bis sie sich für den Neubau eines Wohnhauses auf dem Grundstück entschlossen. Dabei zahlten sie ungewollt Lehrgeld. Der Auftragnehmer hielt sich nicht an Vorgaben und das Haus musste wegen falscher Statik und fehlender Dämmung wieder abgerissen werden. Mit einem anderen Architekten starteten die Schmalers noch mal mit dem Bau, gleichzeitig mit einem 2.Haus für den Sohn. Ärger, Mehrkosten und ein langjähriges Gerichtsverfahren liefen einher. Zu DDR-Zeiten hatte Rudolf Schmaler schon einmal viele Aufbaustunden geleistet, Anteile an die Wohnungsgesellschaft bezahlt, um eine 3-Raum-Wohnung zu bekommen. Bei der Vergabe stand dann die Forderung, dass er verheiratet sein müsse und mindestens ein Kind da oder in absehbarer Zeit zu erwarten ist. Helga und Rudolf gingen den Kompromiss mit Widerstand ein. Als Reaktionär daraufhin abgestempelt, haben das beide in den Folgejahren mehrfach zu spüren bekommen. Nach der Wende nahmen sie ihr Leben selbst in die Hand. Mit der Übergabe der Gaststätte 2008 an Sohn und Schwiegertochter bleibt die Tradition im Haus erhalten. Der Sohn ist gelernter Koch mit dem Diplom Wirtebrief und arbeitete bereits seit 1990 in der Gaststätte mit. Familie Schmaler hofft auch an die Weitergabe in 3.Generation, denn die Tochter ist heute schon eine Hilfe.
Gesamte Liste anzeigen

  • Der Verlag
  • Gesichter der Regionen
  • VWM-Info
  • Menschen und ihre Gesichter
  • Suche
  • Ihre Empfehlung
  • Unser Anliegen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz