MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Martin Schmid
Herr der Schafe
Schäfer
72587 Donnstetten
Die Lieblingsbeschäftigung von Martin Schmid ist es, an einem schönen Oktobertag, bei Vollmond in leichtem Nebel Schafe zu hüten. Er ist Schäfer in Donnstetten.
Geboren wurde Martin Schmid 1970 in Stuttgart. Nach seinem Schulabschluss lernte er zunächst Glaser und Fensterbauer, doch nach der Gesellenprüfung nahm er eine Lehrstelle zum Schäfer an. Er wollte schon immer einen Beruf mit Tieren ausüben und Schäfer ist sein Kindheitstraum. Seit 1992 ist er selbständiger Tierwirtschaftsmeister. Nach Donnstetten ist er durch seinen Beruf gekommen – er ist den Schafen gefolgt.
Schafe und somit Schäfereien haben lange Tradition in dem landwirtschaftlich geprägtem Gebiet. Früher waren die Schäfer bei den Landwirten gern gesehene Gäste. Sie sorgten für Pflege und Düngung der Brachflächen. Zeitweilig gab es drei Schäfer gleichzeitig in diesem Gebiet. Heute hat sich das Berufsbild gewandelt. Zum einen kann man nicht mehr von den Produkten, die ein Schaf abwirft, leben - man ist als Schäfer auf öffentliche Gelder angewiesen. Zum anderen ist der behördliche Aufwand erheblich gestiegen. Dennoch liebt Martin Schmid seinen Beruf und seine Tiere. Er sieht sich als Freigeist, auch wenn der Alltag immer schwerer wird. Ihn ärgert, dass vieles in der Öffentlichkeit falsch dargestellt wird. Oft wird die Notwendigkeit der Landschaftspflege nicht akzeptiert: “Viele denken sie müssten die Landwirtschaft neu erfinden” meint Herr Schmid, dabei wird seiner Meinung nach altbewährtes zu oft vergessen. Auch das Hüten an sich ist mit jeder Menge Aufwand verbunden: jedes Schaf braucht zwei Ohrmarken, wo früher die Schafe dem Futter gefolgt sind, ist es heute immer schwerer Weideplätze zu finden. Es gibt immer weniger Flächen, alles muss mühsam beantragt werden.
Dennoch ist es der Traumberuf von Herrn Schmid. Ihn fasziniert die täglich neue Herausforderung. Unterstützung findet er dabei bei seiner Familie, mit der er auch am liebsten seine knappe Freizeit verbringt.
Um den Beruf des Schäfers auszuüben gehört jede Menge Idealismus dazu, denn reich wird man nicht dabei. Doch Herr Schmid hofft, diese Tätigkeit bis zur Rente ausüben zu können. Am Ende seiner Tage möchte er sagen können, dass der gegangene Weg der richtige war.