MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dipl.-Ing. und Dipl.-Agraring. Rudolf Schlobinsky

Mit Kompetenz und Sachlichkeit durch die Wende

Rudolf Schlobinsky
Letzter Stellvertreter des Ratsvorsitzenden für Land- und Nahrungsgüterwirtschaft und erster Amtsleiter für Landwirtschaft im Müritzkreis

Am Rosengarten 1
17192 Waren/Müritz
Fon: 03991 / 732625

Man sieht es diesem freundlichen und vitalen Mann des Jahrganges 1936 an, dass er insgesamt mit sich und seinem Leben zufrieden ist. Ganz sicher war das nicht immer so, stand auch Rudolf Schlobinsky, wie viele seiner Mitstreiter, in der Wendezeit deprimiert und erschüttert vor dem Niedergang der DDR. In seinen Erinnerungen an jene Tage schreibt der damalige Stellvertreter des Vorsitzenden des Rates des Kreises Waren: „Wir waren 1946/47 mit hehren Zielen angetreten, und so mancher hat sein ganzes Leben und seine ganze Kraft investiert, um jetzt 1989 vor den Scherben einer guten Idee zu stehen.“ Am Ende seines Buches, das er ausschließlich für seine Familie und gute Freunde geschrieben hat, kommt er mit den Worten Hermann Kants aus den Wendetagen zu dem Schluss: „Das Beste an unserer DDR ist, dass es sie gibt, und das Schlechteste an ihr ist, dass es sie so gibt, wie sie heute ist.“ Zum Besten des 40-jährigen Bestehens der DDR gehörte zweifellos das Bildungssystem, das dem Sohn eines Zimmermanns Rudolf Schlobinsky, wie vielen anderen Arbeiterkindern auch, einzigartige Entwicklungschancen eröffnete. 1951, nach dem Abschluss der 8. Klasse, erlernte er in seiner Heimatstadt Waren den Beruf eines Betriebsschlossers, um sich anschließend als Facharbeiter, Meister und ab 1964 als Ingenieur und Technischer Leiter in den MTS in Schwasdorf und Groß Plasten zu einer anerkannten Leiterpersönlichkeit zu entwickeln. Solche steilen Aufstiege wurden damals nicht immer aus dem eigenen Antrieb heraus gemeistert. Auch Rudi Schlobinsky wurde von seiner Partei auf Posten gestellt, für die er erst im Nachgang oder nebenher die entsprechende Qualifikation erwerben konnte. Mit Ehrgeiz und Talent für alles Technische meisterte Schlobinsky von 1960 bis 1982 zuerst als Technischer Leiter des Kreisbetriebes für Landtechnik (KfL) Waren, dann als Abteilungsleiter im Bezirkskomitee und später als Direktor der KfL Altentreptow und Waren zwei kombinierte Studiengänge zum Diplomingenieur für Landtechnik und zum Diplom-Agraringenieur an den Hochschulen in Berlin/Wartenberg und Bernburg. Als der ausgewiesene Techniker Rudolf Schlobinsky 1982 die Verantwortung für die Landwirtschaft im Kreis Waren übertragen bekam, da setzte er im Kontrast zu anderen Funktionären auf den Sachverstand seiner LPG-Vorsitzenden. Auf diese Weise ist Rudi Schlobinsky den Bauern des Kreises bis heute als ein sehr sachkundiger und besonnener Landwirtschaftsfunktionär in guter Erinnerung geblieben. Dieser demokratische Leitungsstil begründete auch seine Eignung für das Amt für Landwirtschaft in den Nachwendejahren. Zehn Jahre lang leitete Rudolf Schlobinsky für seine Heimatregion mit sichtbarem Erfolg die Maßnahmen zur Dorferneuerung, die seinem Leben auch nach der Wende eine schöne Sinnerfüllung gegeben haben.
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