MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Herbert Schlieter

Dann endlich selbständig gemacht

Herbert Schlieter

und Ingrid Noll
Ingenieurökonom
Dreherin
Lindenallee 34
04509 Schönwölkau OT Großwölkau

Herbert Schlieter kam 1937 in Großwölkau zur Welt, wo er mit Ingrid Noll heute auch gemeinsam den Lebensabend verbringt, Garten und Fischteich samt Kois genießt. Er wuchs mit den Großeltern und der Mutter auf, besuchte acht Jahre die Schule von Großwölkau. Die Schlosserlehre im Ziehwerk Delitzsch dauerte zweieinhalb Jahre. Nur kurz arbeitete er danach als Geselle in diesem Betrieb, wechselte zur Leipziger Aufzugsfirma Arndt, agierte im Volksgut Wölkau als Schlosser und Traktorfahrer und ging als Cheffahrer zum Ableger der Deutschen Saatgutgesellschaft (DSG) im nahen Krensitz. Dann rief die Nationale Volksarmee (NVA) für den Pflichtdienst nach Burg (bei Magdeburg). Ins Zivilleben zurückgekehrt, wurde er Cheffahrer bei der Bezirkszentrale der DSG in Leipzig Str. der DSF 127. Um ein Studium zum Ingenieurökonomen aufnehmen zu können, holte er den Abschluss der 10. Klasse nach. Nach dem erfolgreichen Studium setzte ihn die DSG (wenig später als VEB Saat- und Pflanzgut firmierend) als Materialeinkäufer ein, eine Aufgabe, der er nun über zwanzig Jahre lang nachkam. Bereits zu DDR-Zeiten hatte er sein Interesse an Elektronik ausgelebt, hatte er Fernseher und Radios für die Nachbarschaft repariert (dazu eine Annahmestelle des VEB SERO Sekundärrohstoffe betrieben), aber nie die Genehmigung bekommen, sich selbständig zu machen. Mit dem Ende der DDR nutzte er die Chance, seine eigene kleine Firma zu gründen, war fortan beschäftigt mit dem Vertrieb und dem Einbau von Antennenanlagen, Receivern, half beim Programmieren der neuesten Unterhaltungselektronik. So brachte die Zeit bis zum Ruhestand noch einmal spannende Jahre. Im Dezember 1983 hatte er Frau Ingrid Noll kennengelernt, auch ohne Heirat Lebenspartnerin bis heute. Sie stammt (ebenfalls Jahrgang 1937) aus Burkartshain bei Wurzen. Auch sie wurde von den Großeltern geprägt. Nach achtjährigem Schulbesuch lernte sie in zwei Jahren Dreher beim VEB Zellstoff- und Papierfabrik Trebsen. Nach einer Tbc-Erkrankung und siebenmonatigem Heilstättenaufenthalt wechselte sie im selben Betrieb ins Labor. Aus ihrer später geschiedenen Ehe stammen die Kinder Lutz (1957 geboren), Elke (1960) und Kerstin (1965), zu denen später drei Enkelkinder kamen. Während der Jahre der Kinderbetreuung arbeitete sie etwas als Verkäuferin. Danach bot kurz das Luftfilterwerk Wurzen Möglichkeiten, ehe sie wieder als Dreherin 21 Jahre für die Maschinen-Traktoren-Station (MTS) Burkartshain tätig war. Als sie zu Herbert Schlieter nach Großwölkau zog, bot sich ihr erst Arbeit als Köchin, dann wechselte sie mit ihm zum VEB Saat- und Pflanzgut nach Leipzig, wo sie als Warenbuchhalterin eingesetzt wurde. In der Selbständigkeit nach dem Ende der DDR betrieb sie bis zum Renteneintritt einen kleinen Handel mit Getränken und anderen Waren des täglichen Bedarfs.
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