MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dipl. oec. Hans-Jochen Schleizer

Es ist nie zu spät ...

Hans-Jochen Schleizer
Goldschmiedemeister und Kunstwissenschaftler

Wiesenstraße 9
08606 Oelsnitz
Fon: 037421 / 28193

… sich alle guten Tugenden zu Eigen zu machen. Nach diesem Motto lebt und arbeitet der Oelsnitzer Goldschmiedemeister Hans-Jochen Schleizer. Kaum zu glauben, dass jemand, der später einmal Meister dieses Faches werden sollte, eigentlich Pharmazie studieren wollte und zu Beginn seiner Laufbahn mit der Goldschmiedekunst so gut wie nichts anzufangen wusste. Doch aufgrund seines inneren Strebens nach Perfektion wurde ihm bereits während seiner dreijährigen Lehrzeit ein Ausbildungsjahr aufgrund besonderer Leistungen geschenkt. Es schloss sich ein Studium der Kunstwissenschaften an der Hochschule für industrielle Formgestaltung in Halle/Saale an. In dieser Richtung erhielt Hans-Jochen Schleizer als einer unter 250 Bewerbern den begehrten Studienplatz. Auch nach seinem Studium blieb der 1940 geborene Oelsnitzer dem Sachsen-Anhaltinischen treu und war als freiberuflicher Industriedesigner und Goldschmiedemeister in Bad Kösen tätig. Hochwertige Unikate, die ihren Platz auch hin und wieder auf Ausstellungen fanden, entstanden unter seinen erfahrenen und geschickten Händen. Und natürlich konnte Hans-Jochen Schleizer sein Wissen und seine Erfahrungen auch an angehende Goldschmiede weitergeben. Nach Beendigung eines zweiten Studiums an der Martin-Luther-Universität Halle musste auf Grund gesundheitlicher Einschränkungen eine Dozententätigkeit nach einem Jahr aufgegeben werden. Von nun an widmete er sich vollständig seiner Profession, gründete in Bad Kösen eine eigene Goldschmiedewerkstatt und hatte hier die Möglichkeit, seine Inspiration und seine Kunstfertigkeit voll auszuleben. Auch nach dem Umzug ins elterliche Haus nach Oelsnitz im Jahr 1976 blieb er seiner Linie treu. Nie kam er auf die Idee, ein Ladengeschäft zu eröffnen. Hans-Jochen Schleizer wollte Schmuck herstellen, der ganz individuell für den Kunden gefertigt wurde und dessen Persönlichkeit unterstreicht. Wartezeiten bis zu einem Jahr waren keine Seltenheit. Die hohe Kunst des Tauschierens, des Ziselierens und des Granulierens bedarf eben Geduld. Als einer der wenigen wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft der Goldschmiedeinnung Südwestsachsen verliehen. Eine Auszeichnung, auf die der heute 69-Jährige noch immer stolz ist. Stolz ist er auch auf seine musikalischen und malerischen Kenntnisse. Eine im Haus eingebaute Orgel sowie selbst gestaltete Aquarelle und Ölbilder zeugen von seiner Neigung zu Ästhetik und Schöngeistigkeit. Diesen beiden Hobbys möchte sich der verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder wieder mehr zuwenden.
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