MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Regina Schlegel
„Ach spricht er, die größte Freud’ ist doch die Zufriedenheit.“ (Wilhelm Busch)
Näherin
Chursdorfer Str. 63
09322 Penig OT Chursdorf
Das Mädchen Regina Korb wurde 1938 als Tochter einer Näherin und eines Schlosser geboren. Mit zwei Geschwistern wuchs sie während der Kriegszeit auf. Doch sie war jung an Jahren und nahm deshalb die Sorgen der Erwachsenen noch nicht so wahr, wie sie heute erzählt. Deshalb hat sie ihre Kindheit auch in guter Erinnerung, denn Spiel („puppen“, fangen, verstecken, murmeln, Ballspiel – wenig Spielzeug und doch keine Langeweile!) und Zusammenhalt prägte diese Jahre. Noch heute hat sie mit sechs ihrer damaligen Spielgefährten gute Kontakte. Runde Geburtstage werden gefeiert und die älteste im Bunde ist bereits über 90 Jahre alt. Das kindliche Nähen von Puppenkleidern und Mutters Beruf lieferten die Idee für den eigenen Berufsweg. In der Privatfirma Pester lernte sie nach der Schule (1944–1952) Näherin. Nach drei Jahren den Facharbeiterbrief in den Händen haltend, blieb sie im Betrieb. Mit den anderen weiblichen Beschäftigten (nur ein Mann war in der Zuschneiderei tätig) fertigte sie fortan Trikotagen – hauptsächlich Unterwäsche. 1958 heiratete sie ihren Mann Gerhard, einen Stellmacher (verstorben 2011). Zwei Jahre später konnte sich das junge Paar über die Geburt von Sohn Andreas freuen. 1968 wechselte sie die Firma, fing im Privatbetrieb Steger in Chursdorf an. Damit war der Arbeitsweg nicht mehr so weit und sie konnte sich besser um ihre Familie kümmern, denn Sohn Andreas war indessen in die Schule gekommen. Auch ihre Arbeit wurde anspruchsvoller. Der Betrieb fertigte ausschließlich Obertrikotagen und das Nähen von Röcken, Hosen, Kleidern..... erforderte eine noch höhere Akkuratesse beim Nähen. In späteren Jahren wurde der Betrieb verstaatlicht, dann als VEB Trikotagen eine Tochterfirma innerhalb des DDR-Kombinates Trikotagen. Am 01. Juli 1990 (auf der Grundlage des Privatisierungsgesetzes) wurde der VEB in eine AG umgewandelt. Regina Schlegel war noch einmal kurzzeitig in den Bereich Feinwäsche nach Hartmannsdorf versetzt worden, wurde dann mit Auflösung dieser Abteilung jedoch arbeitslos – zwei Jahre vor der Rente. Ein Jahr konnte sie noch mit einer ABM überbrücken, dann blieb sie zuhause. Ehemann Gerhard war schon im Ruhestand und so fiel es ihr nicht schwer keiner Arbeit mehr nachgehen zu können. Die gemeinsame Zeit konnte jetzt besser genutzt werden. Bis heute trifft sie sich jedoch noch zweimal jährlich mit ehemaligen Kolleginnen. Erinnerungen werden ausgetauscht, Neuigkeiten berichtet. Alle Beziehungen, die Regina Schlegel in ihrem Leben einging, pflegte sie mit Treue und Beständigkeit. Über Jahrzehnte sind so Kontakte gewachsen, die ihr heute nun schöne Momente schenken. Handarbeiten sind noch immer ihr Hobby. Rätseln hält geistig fit, der Garten körperlich. Mit ihrer Schwester verbringt sie gerne ihre Zeit. Geburtstage werden gern gemeinsam gefeiert. „Ich will noch ein wenig mitmachen“ sagte sie und berichtet weiterhin an schönen Reisen teilzunehmen – eine große jährlich und auch kleinere.