MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Roland Schleicher
„Wenn du alles gibst, kannst du dir nichts vorwerfen.“ (Dirk Novitzki)
Rote Jahne 17
04838 Doberschütz
Fon: 03423 / 757056
Der größte Wunsch des 1947 geborenen Roland Schleichers ist lange gesund zu bleiben. Das ist sicher auch absehbar, denn er hat viel in seinem Leben dafür getan. Bereits mit acht Jahren stählte er seinen Körper mit Sport, war als Turner aktiv und erfolgreich platziert bei Wettkämpfen auf Kreis und Bezirksebene. Seine Liebe zu diesem Sport gab er als Erwachsener an Kinder und Jugendliche als Übungsleiter für Geräteturnen weiter. Zuvor absolvierte er eine 10-klassige Schulbildung, eine Lehre zum Betonbauer und seinen Grundwehrdienst in der NVA. Nach Beendigung dieses, blieb er in den bewaffneten Organen, wirkte er als Übungsleiter beim SC Dynamo Berlin. Während dieser Tätigkeit lernte er Fallschirmspringer kennen und erstmals regte sich der Wunsch diese Sportart selbst zu erleben, einen Sprung zu wagen. Doch ohne Gesundheitsprüfung, ohne Vorbereitung ging das nicht. Was mit Trampolinübungsstunden locker begann, gipfelte schließlich in einer neuen Liebe – dem Fallschirmspringen. Er erreichte viel, wurde mit dem Ziel Leistungssportler zu werden zur Fallschirmausbildungsbasis „Alfred Scholz“ nach Eilenburg versetzt. Durch das Turnen brachte er ein gut ausgeglichenes Körpergefühl für den Fallschirmsport mit, erreichte bei Wettkämpfen vordere Plätze und wurde sogar DDR-Meister. Nach Beendigung des Leistungssports, Anfang der 70-er Jahre, nahm er wieder die Arbeit im Nachwuchssport auf. Ein während dessen absolviertes Fernstudium „Staat und Recht“ an der Hochschule Potsdam und der Abschluss als Staatswissenschaftler hatte für eigene Weiterentwicklung gesorgt. Roland Schleicher wollte Veränderung, wurde im Technischen Bereich des Flugplatzes Eilenburg (Leiter Sprungbetrieb) tätig und trainierte in seiner Freizeit Kinder und Jugendliche in Vorbereitung für den Fallschirmsportclub Dynamo Eilenburg. Sieben Delegierungen zum Sportclub gelangen ihm, Prämierungen und Auszeichnungsreisen belohnten das Engagement. „Seine Mädchen“ waren später alle in der Nationalmannschaft, Sascha Lasotta Weltmeisterschafts-Teilnehmer und heute selbst Trainer. Bis heute ist Roland Schleicher dem Fallschirmsport treu geblieben – als Schiedsrichter auf nationaler Ebene. Er blickt auf die Wendezeit zurück: Von heute auf morgen wurden die Turnhallenzeiten gestrichen, der Sportclub musste sich neu gründen (Roitzschjora), der Flugplatz Eilenburg wurde nach 1990 kurze Zeit zur Ausbildungsstätte für die zivile Luftfahrt, dann ganz geschlossen. Heute befindet sich eine Photovoltaikanlage auf dem Gelände. Die für den Flugplatz zuständige Entwicklungsgesellschaft übernahm erst das Personal, löste sich dann aber schnell auf und die Arbeitsplätze entsprechend mit. Roland Schleicher arbeitete in einem Wachdienst um seinen Lebensunterhalt zu sichern (Geldtransport), später in der Wach- und Schließgesellschaft Leipzig bis zum Renteneintritt mit 63 Jahren. Als „Strafrentner“ für sein früheres gesellschaftliches Engagement gebrandmarkt, lehnte er folgerichtig jedwede späteren Angebote auf Ehrenämter ab. Bewegung ist seine Lieblingsbeschäftigung, Haus und Garten bieten genug Möglichkeit dazu. Auf seine Kinder Steffen (geb. 1966), Matthias (geb. 1972) und Michael (geb. 1972) ist er stolz. Ohne die Wendewirren hätten auch sie vielleicht großes im Fallschirmsport erreichen können, denn sie eiferten damals dem Vater nach. Heute sind sie in ihren jeweiligen Berufen erfolgreich und haben für drei Enkel und einen Urenkel gesorgt. Das Leben geht immer weiter.... Für Roland Schleicher seit 1991 übrigens mit Lebensgefährtin Monika Veit.