MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Cordula Schlemmer
Kantor-Katechetin als Berufung
Kantor-Katechetin
Kramerplatz 6
06618 Naumburg
Cordula Schlemmer wurde am 15.06.1935 in Naumburg (Saale) geboren. 1941 wurde sie in ihrer Heimatstadt eingeschult, wechselte mit dem Umzug der Familie nach Leipzig an eine dortige Grundschule und besuchte danach bis 1951 die Oberschule. Von 1951–1952 absolvierte Cordula ein kirchliches Vorseminar in Gnadau und ging dann für ein Jahr nach Hause zurück, um ihre gesundheitlich angeschlagene Mutter mit der Betreuung ihrer fünf jüngeren Geschwister zu unterstützen und hauswirtschaftlich zu reifen. „Während dieser Zeit entschied ich mich, in Naumburg eine kirchliche Ausbildung zur Katechetin zu machen. Katecheten sind zuständig für Kinder vom ersten bis zum sechsten Schuljahr. Ich hatte außerdem die Möglichkeit, beim Domkantor Christoph Albrecht das Orgelspielen zu erlernen“, erzählt Cordula Schlemmer. „Die zweijährige Ausbildung beinhaltete zwei Praktika. Eines davon wurde in der Stadt und eines auf dem Dorf absolviert. Mein katechetisches Examen habe ich 1956 abgelegt und bekam anschließend die Chance, eine kirchenmusikalische Ausbildung für nebenamtliche Kirchenmusiker in Halberstadt anzuschließen“, berichtet sie weiter. Sie lernte unter anderem Chorleitung und die musikalische Arbeit mit Kindern. „Es ging dabei nicht um die große Konzertaufführung, sondern um die Freude an der Musik in kleinen Gemeinden als Grundlage der kirchlichen Arbeit“, erklärt Cordula Schlemmer. Diese kombinierte Ausbildung von Katechetik und Kirchenmusik war optimal für die kirchliche Arbeit in ländlichen Gemeinden.
In den nächsten vier Jahren arbeitete sie in Tollwitz bei Lützen, betreute sechs Dörfer mit zwei Kirchen und leitete einen Chor. Danach zog es sie 1961 zurück nach Helbra, einer Gemeinde im Landkreis Mansfeld-Südharz, wo sie bis zum März 1966 als Kantor-Katechetin arbeitete. „Leicht hatte ich es in dieser Region nicht, und so ließ ich mich 1966 in die Kleinstadt Zörbig abwerben. Das wurde meine Idealgemeinde. Hier konnte ich etwas aufbauen. Die Arbeit mit Kindern und der Musik ließ sich wunderbar kombinieren.“ erzählt Cordula Schlemmer, die 30 Jahre in Zörbig blieb. Im Zuge der Wende erteilte sie zudem drei Jahre Religionsunterricht an einer Grundschule. „In DDR-Zeiten durfte ich die Schule nicht einmal betreten“, sagt sie.1996 zog sie mit ihrer Schwester und deren Mann nach Kleinjena. „Hier in der Region habe ich auch zwölf Jahre Gefängnisarbeit gemacht, die in einer seelsorgerischen Arbeit mündete. Nachdem mein Schwager 2005 starb, gingen wir 2006 zurück nach Naumburg.“ Cordula Schlemmer ist bis heute kirchenmusikalisch unterwegs und setzt sich auch in ihrer Freizeit gern ans Klavier. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass sie vor allem ihre geistigen Fähigkeiten bis ins hohe Alter tragen und sie mit dem Glauben, mit dem sie aufgewachsen ist, in jeder Situation Hilfe findet und anderen helfen kann.