MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Walter Schicht
Glaube an das Gute im Menschen
Auto- und Geschirrsattlerei
Fennpfuhlweg 75
13059 Berlin-Wartenberg
Fon: 030 / 9248874
Walter Schicht, am 19. Dezember 1939 in Johnsdorf im Sudetenland zur Welt gekommen, ist ein offenherziger und selbstbewusster Mensch, der die Vielseitigkeit liebt und sich nie auf nur eine Richtung spezialisieren wollte.
Seine Kindheit fiel in eine schlimme Zeit, denn der Krieg hatte gerade begonnen, kurz nach seiner Geburt. Dennoch besuchte er von 1946 bis 1954 die Grundschule und begann danach eine dreijährige Lehre als Autosattler in Berlin-Weißensee. Mit Erwerb des Gesellenbriefes hat er zwanzig Jahre lang, bis Ende 1975, in diesem Beruf gearbeitet. Dazwischen lagen 18 Monate Ausbildung bei der NVA.1976 wurde er Betriebssattler in einer Landwirtschaftlichen Produktionsgegenossenschaft (LPG), reparierte und formte Autositze, Kühlerverkleidungen, LKW-Planen und anderes.
Sein vielseitiges Interesse ließ ihn dort auch Reparaturarbeiten am Zubehör für zirka 30 Pferde der LPG – Arbeits-, aber auch Reitpferde für die Touristik – ausführen. Das weitete sich aus auf Pferdekutschen und Kremser, sogar Pferdeschlitten kamen dem geschickten Sattler unter die erfahrenen Hände. Bis Ende 1991 war er rastlos und emsig in der LPG auf seinem Posten tätig, tat sich dann mit ehemaligen Kollegen zu einer GbR zusammen und machte sich schließlich im September 2004 noch selbstständig. Da war Walter Schicht bereits 64 Jahre alt.
Als Sattler verarbeitet er heute viele unterschiedliche Materialien, hat keine besonderen Unternehmerziele, sondern möchte auf seine Weise weiter am Arbeitsleben teilnehmen, stellt aber auch Praktikanten ein und gibt seine Erfahrungen gern an lernwillige junge Menschen weiter. Er hat selbst Kinder, zwei inzwischen schon große Töchter, Andrea und Carola, die ihm seine Frau Gudrun, die er 1966 heiratete, zur Welt brachte.
Nach der Wende hat er auch Lehrlinge ausgebildet, davor wurde er als Aktivist ausgezeichnet und war 30 Jahre lang im Vorstand eines Kegelvereins. Jetzt schiebt er als Ehrenmitglied eine ruhige Kugel, doch den Glauben an das Gute im Menschen hat er nicht verloren; das ist bis heute sein Leitspruch, obwohl die Zeit, in die er hineingeboren war, wie auch manche Jahre danach, nicht leicht waren.
Aber stolz darauf ist er, es geschafft zu haben, nie arbeitslos gewesen zu sein. Das ist wahrlich eine große Leistung, und darum ist sein Wunsch, gesund zu bleiben und in einer gesunden Familie noch weiter schaffen zu können, nur allzu verständlich.