MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Brigitte Schieke
„Gehe nicht wohin der Weg dich führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse ein Spur.“ (Jean Paul)
Erich-Knauf-Str. 32
08525 Plauen
Fon: 03741 / 3841511
Funk: 0152 / 28867406
Mitten in einem Bombenangriff auf Jena wurde Brigitte Buchspieß 1944 als zweites Kind geboren. Der Vater war noch im Krieg und kehrte 1945 zurück. Die Eltern ermöglichten dem Mädchen nach dem Abschluss der 8. Klasse (1950–1958) für zwei Jahre eine kaufmännische Berufsschule zu absolvieren, die sie als Facharbeiter Schreibmaschine und Stenografie abschloss. Ein Notariat wurde ihre erste Arbeitsstelle. Später wechselte sie zum Gericht Jena und zur Polizei Jena, bevor sie durch familiär bedingten Umzug in Gera tätig wurde: Ihr Mann Gerhard (Diplom-Ökonom, verstorben 2009) war vom Armeedienst zurückgekehrt. Die beiden heirateten 1962, die Kinder Jörg (geb. 1963, Polizist) und Jens (geb. 1965, Hörgeräteakustiker) wurden in den Folgejahren geboren, ebenso wie zwei weitere Kinder, die leider schon verstorben sind. Brigitte Schieke arbeitete 1962–1969 im Rat des Bezirkes Gera, Abteilung Volksbildung als Sachbearbeiterin, nahm dann ein Studium am Institut für Lehrerbildung Crossen auf und beendete dieses erfolgreich 1972 als Unterstufenlehrerein. Sie erfüllte sich damit ihren Kindheitstraum, denn schon immer wollte sie sich beruflich mit Kindern beschäftigen und konnte das nun tun. Von 1972–2004 arbeitete sie an verschiedenen Schulen in Gera (5. Oberschule, 18. Oberschule, Hilfsschule). Die Jahre an der Hilfsschule / Sonderschule ab 1981 wurden begleitet von einem Zusatzstudium an der Universität Halle zum Lehrer für integrative Lerntherapie, einer Weiterbildung der sie sich unterzog um ihren Aufgaben noch fachgerechter entsprechen zu können. Das entsprach zudem auch ihrem Anspruch an die eigene Hilfsbereitschaft, Zuverlässigkeit und Selbstständigkeit. Schaut sie heute auf ihr Leben zurück, ist sie stolz auf ihre berufliche Tätigkeit, aber vor allem auch auf ihre Kinder und die vier Enkel, mit denen gute familiäre Kontakte bestehen. Glück ist für sie, mit Menschen zusammen zu sein, anerkannt zu werden, die Menschen vorbehaltlos anzunehmen und selbst auch so angenommen zu werden. „Liebe geben und Liebe nehmen“ nennt sie ihren Lieblingsspruch und erinnert sich dankbar an die Unterstützung die sie stets von ihrem Mann erhielt. Autofahrten sind ihre Lieblingsbeschäftigung. Es entspannt, bietet Möglichkeiten zum Erleben und vor allem auch die Kinder besuchen zu können. Die zunehmende Gleichgültigkeit der Menschen macht sie etwas traurig. Dass sich alles nur noch um Geld dreht, ebenso. Das jährliche Familientreffen beim Sohn in Mecklenburg ist Höhepunkt jedes Frühjahrs. Im katholischen Altenheim in der Cafeteria findet man sie einmal im Monat, Samstag und Sonntag im Ehrenamt aktiv. Die Pflege einer alleinstehenden, ehemaligen Kollegin bis zu deren Tod war ihr ein menschliches Bedürfnis. Früher sportlich aktiv (Hockey, Kanuslalom, Motorradfahren), sind die heutigen Hobbys altersgerechter geworden. Reisen (gerne auch Schiffsreisen) und Arbeiten am Laptop oder mit dem Smartphone zählen dazu. Nun wünscht sie sich nur noch Gesundheit um all das weiter genießen zu können.