MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ingrid und Erich Schiffel

„Spielende Kinder sind lebendig gewordene Freuden.“ (Christian Friedrich Hebbel)

Ingrid und Erich Schiffel

Geflügelzüchterin
Landwirt
Am Eulenbach 15
09661 Hainichen OT Eulendorf
Fon: 037207 / 53505

Die 1945 als Ingrid Uhlemann geborene Ingrid Schiffel lacht, wenn sie von ihrer Kindheit erzählt, denn die hatte etwas Außergewöhnliches: Der Diensthund des Vaters gehörte neben der Mutter und den zwei Brüdern zur Familie. Er wurde geschickt sie zu suchen und heimzuholen wenn sie ausgerückt war und ging mit Korb im Maul einkaufen.... Acht Jahre (1951–1959) drückte das Mädchen Ingrid die Schulbank, lernte dann drei Jahre den Beruf Geflügelzüchterin. Auf dem Geflügelhof der LPG Eulendorf arbeitet sie im Anschluss. Mit Pferd und Wagen war sie noch unterwegs. „Darauf waren die Eierkisten, das Futter und Wasser für die Tiere“, erzählt sie und davon auch in der Brüterei und im Winter mit „Grünzeug“ aus der Hydroponik gearbeitet zu haben um die Hühner gesund und gut zu füttern und für qualitativ hochwertige Eier zu sorgen. Später arbeitete sie in den Kälberställen Eulendorf, Langenstriegis und Bockendorf, wurde zudem in der Milchkontrolle eingesetzt. Schwere Arbeit. Alles mit der Schubkarre – bis sie endlich einen Hoftraktor zur Verfügung gestellt bekam. Die jahrelange körperliche Belastung forderte letztendlich ihren Tribut: Trotzdem Ingrid Schiffel alle Wandlungen und Strukturänderungen in dem landwirtschaftlichen Betrieb überstanden hatte, nie arbeitslos geworden war, musste sie mit 60 Jahren dann doch die Tätigkeit aufgeben – der Gesundheit wegen. 18 % Abzug von der Rente waren hart nach so einem anforderungsreichen Arbeitsleben. Doch der Körper hätte die Arbeit nicht länger verkraftet. 1964 hat Ingrid ihren Mann Erich Schiffel geheiratet. Die Kinder Carmen und Jens wurden geboren (1967, 1977) und haben indessen zusammen für vier Enkel gesorgt. „Drei Urenkel sind auch schon da“, erzählt Erich Schiffel. Er wurde 1943 geboren. In seinem Elternhaus lebt heute die eigene Familie. Sechs Kinder waren sie damals. Der Vater fiel 1943, die Mutter heiratete den Bruder des Vaters. So blieb nicht nur der Familienname erhalten, auch der gute Umgang mit den Kindern (erst Neffen, jetzt Stiefkinder) war geklärt, ebenso wie die Weiterführung des landwirtschaftlichen Hofes. Hier lernte Erich Schiffel nach dem Schulbesuch (Landwirt), begleitete 1960 den Gang in die LPG Typ I. Mit Mutter und Schwester versorgte er zudem den verbleibenden Privatbestand. 1964–1966 zur Armee einberufen, kehrte er nach diesem Dienst in die LPG und den Hof zurück, nahm seine vorherige Arbeit wieder auf. Mit Wandel der LPG in den Typ III wurde er im Feldbau tätig (Traktorist) und arbeitete als solcher bis 2006. Seither verbringen die Eheleute Schiffel ihre Zeit gemeinsam im Ruhestand. Sie denken liebevoll an ihre eigenen Eltern zurück, denen sie eine schöne Kindheit verdanken. Wie einst ihre Eltern, haben auch sie sich stets um ihre Kinder nachhaltig gekümmert. Dass es heute so harmonisch in der Familie zugeht und der Zusammenhalt gut funktioniert, dafür haben beide gesorgt. Mit Handarbeiten und Rätsel raten beschäftigen sie sich heute beide, denn die jugendlich sportlichen Zeiten (Erich Schiffel aktiver Fußballer 1960–1970) sind den beschaulichen, dem Alter angemessenen gewichen. Doch eins ist unverändert geblieben: Der seit Jungendzeiten bestehende Kontakt zu einer Georgierin, die Mitgliedschaft des Paares im Dorfklub und die von Erich Schiffel in der Freiwilligen Feuerwehr (seit 1959, indessen Ehrenmitglied). Schauen sie auf ihr Leben zurück, sind sie zufrieden mit dem Erreichten. Schauen sie nach vorne, regt sich eine leise Sorge: Es ist unruhig geworden in der Welt und der Erhalt des Friedens ist doch nicht nur für ihre Kinder und Enkel wichtig, sondern für alle Menschen!
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