MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Isolde und Heinz Schieche

Familientreffen

Isolde und Heinz Schieche

Kammgarnspinnerin i. R.
Meister für Schweineproduktion i. R.
07551 Gera

In ungezwungener Atmosphäre zu plaudern, in alten Geschichten zu schwelgen, miteinander zu lachen und das gleiche Blut in den Adern pulsieren zu spüren, macht es aus – das legendäre Familientreffen. Dieses findet jährlich im Sommer statt und 25 Personen stellen sich gern dazu ein. Ebenfalls treffen sich beide Ehepartner seit Jahrzehnten mit früheren Kollegen und alle Zusammenkünfte können mit dem Synonym Traditionspflege beschrieben werden. Doch dem Ehepaar blieben auch die Härten des Lebens nicht verborgen. Geboren wurde Isolde Schieche am 29.07.1947 in Gera. Nach der Schule ließ sie sich zur Kammgarnspinnerin ausbilden und musste sich dem Drei-Schicht-System unterziehen. Diesem nachzukommen, war ihr nach Geburt ihrer Kinder Steffi und Andreas nicht mehr möglich. Nach Erziehungspause begann sie im Modedruck Gera in der Versandabteilung. Ab 1987 war sie für ein Jahr in einer Kaufhalle beschäftigt, kehrte nochmals an die Kammgarnspinnerei zurück und war nach der Wende für kurze Zeit von Arbeitslosigkeit betroffen. Einen neuen Arbeitsplatz fand sie bei Quelle in Nürnberg, musste für diese Saisonarbeit schon morgens um drei Uhr im Bus sitzen und kehrte erst 17 Uhr nach Hause zurück. Noch für ein weiteres Jahr in Leipzig eingesetzt, übte sie im Anschluss für eine Zeitarbeitsfirma verschiedene Berufe aus und erkrankte 2000 schwer. Erst 2002 konnte sie neuer Beschäftigung für eine Wohnungsbaugenossenschaft nachgehen, war ab 2007 gezwungen, ihre Mutter zu pflegen, erkrankte erneut und ging mit 63 Jahren in Rente. Ehemann Heinz erblickte das Licht der Welt am 25.07.1948 in Gera, ließ sich später zum Schweinezüchter ausbilden und kam 18 Monate lang seiner Wehrpflicht nach. Schon 1969 hatte er sein zusätzliches Zeugnis als Besamer erhalten, unterzog sich permanent Weiterbildungsveranstaltungen und besaß 1975 seinen Abschluss als Meister für Schweineproduktion. Sein Betrieb wurde wendebedingt zur Agrar-Genossenschaft Kauern gewandelt und in dieser konnte Heinz Schieche bis zum Erreichen des Rentenalters verbleiben. Mit Sinn wird freie Zeit auch weiterhin erfüllt. Isolde Schieche liebt Handarbeiten und Bücher, verfasst seit 1967 eine Chronik, treibt Sport, renoviert und tapeziert regelmäßig und dies besser als Männer. Auch für eine Hilfsorganisation tätig zu sein, ist fester Bestandteil ihres Lebens.. Heinz Schieche werkelt im Garten, geht seit 1991 schwimmen, ließ sich zum Rettungsschwimmer ausbilden und fungiert in seiner Sportart als Übungsleiter im Bereich „Behindertensport“. Doch im Moment freuen sich Isolde und Heinz Schieche auf ihre Kinder, Enkelin Susann sowie drei Urenkelinnen und mit all ihren Lieben wird auch das nächste Familientreffen ein voller Erfolg.
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