MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Edda Schimpf

Abschied nach 40 Jahren Lehrertätigkeit: „Man sollte gehen, wenn alle sagen: Das tut mir leid.“

Edda Schimpf

Hegelstr. 75 B
06114 Halle
Fon: 0345 / 1210218

Die 1940 geborene Edda Schimpf realisierte nach dem Abitur nicht nur den selbst (seit der 5. Klasse) gehegten Wunsch, Lehrerin zu werden. Sie erfüllte damit auch gleichzeitig die Sehnsucht der Mutter, ihre Kinder einst zum Studium zu schicken. Ihr war das verwehrt geblieben, trotz überdurchschnittlich guter Leistungen. Edda Schimpfs Großvater hatte damals die Meinung vertreten, dass Mädchen sowieso heiraten und deshalb weiterführende Ausbildung Nonsens sei. 1959 nahm Edda Schimpf an der Universität Leipzig ihr Studium auf, schloss 1963 mit dem Staatsexamen als Lehrerin für die Fächer Russisch und Geschichte ab. Die POS Wittekind in Halle war ihr erster Einsatzort. Hier blieb sie 40 Jahre lang bis zu ihrem Ausscheiden. Ihre bereits in DDR-Zeit anerkannte, und mit den Auszeichnungen Aktivist, Pestalozzi-Medaille, Oberlehrer und Studienrat geehrte Arbeit, führte zur positiven Entscheidung ihrer Bewerbung auf die Stelle als Schulleiter im Jahr 1990. Hilfreich hierbei war die Tatsache, zuvor nur gewerkschaftlich und nicht politisch aktiv gewesen zu sein. Sie hatte einfach andere Ziele, erzählt sie: Die Bildung der Kinder und die Gewährleistung der Chancengleichheit dabei war für Sie wesentlich. Nicht immer war das möglich, erinnert sie sich. Und daran, dass Kinder aus einem Pfarrhaus mit sehr guten Noten zum Abitur nicht zugelassen wurden. Doch andererseits gab es viele Möglichkeiten, die von den Kindern genutzt werden konnten. So die schulischen Arbeitsgemeinschaften oder auch Schulausflüge, die sie selbst bis nach Leningrad für ihre Schüler organisierte. Das Fach Russisch war ihr hauptsächliches Unterrichtsfach, Geschichtsunterricht hielt sie nur in Ausnahmefällen. Russischlehrer waren gefragt und neben ihrer regulären Arbeitszeit an der POS, unterrichtete sie deshalb zusätzlich an der Volkshochschule und betreute als Mentorin Studenten. Sie selbst nahm ein mehrmonatiges, weiterbildendes Studium an der Lomonossow-Universität Moskau wahr, durch das sie die entsprechende fachliche Qualifizierung für diese Aufgaben erlangte. Als Schulleiterin konnte sie in den Jahren 1990–2003 ihre Suche nach neuen Methoden, neuen Verfahren, neuen Möglichkeiten, Wissen an die Schüler zu vermitteln, gemeinsam mit ihrem Lehrerkollegium verwirklichen. Mit der neuen Rechtslage im Bildungswesen machte sie sich innerhalb von Qualifizierungsmaßnahmen vertraut. Eigene Unterrichtsstunden in Geschichte erforderten zudem ein umfassendes Selbststudium, nicht nur wegen der langen Pause in diesem Fach, sondern vor allem wegen der neuen Inhalte. Der Garten, ehemals Ausgleich zu Beruf, ist heute willkommene Abwechslung. Und die gewonnene freie Zeit, nutzt Edda Schimpf für ihre Aufgaben als Vorstandsvorsitzende des Gartenvereins und als ehrenamtliche Mitarbeiterin einer Schlichterkommission. Montag ist Schwimmen angesagt, Mittwoch Sport und Freitag Worken im Wald. Gerne ist sie mit ihren vielen Freunden zusammen und noch lieber mit ihren Töchtern Katharina und Dorothea und deren Familien. Dass Kolleginnen und Kollegen sowie Schüler noch Kontakt zu ihr halten, spiegelt die Anerkennung ihrer Arbeit wider.
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