MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Inge und Konrad Scheibe

Die Quelle des Glückes

Inge und Konrad Scheibe

Maschinenarbeiterin i. R.
Tischler und Kraftfahrer i. R.
Meischnerstr. 41
09322 Penig

Quelle des Glückes ist ihre Ehe. Die Zeit geht ins Land und in nicht allzu ferner Zukunft ist ein ganz besonderer Hochzeitstag in Sicht. Inge und Konrad Scheibe heirateten 1960. 1961 kam Tochter Bärbel zur Welt und schenkte später zwei Söhnen das Leben. Obwohl Scheibes Enkel in Österreich sowie in Bayern leben, ist die Familie sich nah. Würde die gute Fee Konrad Scheibe einen Wunsch gestatten, würde er darum bitten, die Lottozahlen voraus sagen zu können. Dabei beanspruchen er und seine Frau einen möglichen Gewinn nicht für sich selbst. Größte Freude wäre es, die Kinder unterstützen zu können. Konrad Scheibe wurde am 22.08.1939 in Chemnitz geboren. Aufgewachsen in Göritzhain, avancierte der Wald zum Spielparadies. Als kleinere Kinder bauten sie gern Höhlen und lachten sich schief, wenn die Größeren sie nicht finden konnten. Eingeholt vom Ernst des Lebens, begann 1945 die Schule. Ein Jahr zuvor war Vater gefallen. An der Zuckertüte prangten lediglich ein paar Holzpantoffeln und die Schleife umschlang eine saure Gurke – die einzigen Geschenke, welche Mutter auftreiben konnte. Als sie einen neuen Partner kennen lernte, bekam Konrad Scheibe 1948 einen sehr lieben Stiefvater. Auch bei der Berufswahl verschaffte die Mutter ihrem Sohn Perspektiven. Dank ihr absolvierte er seine Lehre in der Bau- und Möbeltischlerei Bretschneider. Vom Meister nicht übernommen, fand Konrad Scheibe eine Stelle im Sägewerk, wechselte allerdings zwei Jahre später, um seinen Verdienst aufzubessern, in die Seidenpapierfabrik Göritzhain. Nach der Hochzeit erhielt das Paar eine Wohnung in Penig und er arbeitete an der dortigen Papierfabrik. 1961, während des Mauerbaus, kam er zur Armee und erwarb dort seinen Führerschein – ein Dokument, das Wirkung zeigte. Konrad Scheibe begann als LKW-Fahrer beim Kraftverkehr, gehörte über 35 Jahre zum festen Mitarbeiterstamm, legte dort die längste und schönste Berufsetappe zurück und ging mit 60 Jahren in Rente. Inge Scheibe wurde am 04.11.1938 in Penig geboren. Der Krieg hinterließ Spuren, doch auch sie entsinnt sich schöner Kinderspiele. Später begann sie als Laufmädchen in der Papierfabrik und kämpfte sich zur Maschinenarbeiterin empor. Für ihr Töchterchen hatte sie drei Jahre pausiert und legte anschließend kleine Zwischenstationen ein. U. a. verbrachte sie als Glücksgöttin ½ Jahr mit dem Verkauf von Lottoscheinen, doch stets zog es sie an die Papierfabrik zurück. 60-jährig begab sie sich in den Ruhestand. In Alltagsaufgaben teilt sich das Paar perfekt hinein. Als Ehemann weiß er die hauswirtschaftlichen Fähigkeiten seiner Frau sehr zu schätzen und in trauter Harmonie ist und bleibt für Inge und Konrad Scheibe Quelle ihres Glückes die Ehe.
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