MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Anni und Rudolf Scheibel

„Oma und Opa machen das schon!“

Anni und Rudolf Scheibel

Pensionäre
Altenburger Str. 7
04552 Borna
Fon: 03433 / 201118

Anni und Rudolf Scheibel kannten sich schon als Kinder. Er ritt auf seinem Pferd wild durch den Ort und erschreckte die kleinen Mädchen. Angst vor ihm hat sie schon lange nicht mehr – im Gegenteil. Es erwuchs eine große Liebe, die bis heute Bestand hat. Geboren wurde Anni Scheibel am 09.06.1939 in der Nähe von Breslau. Nur ein Jahr später verstarb ihr Vater. Dennoch wuchs sie in waldreicher, ländlicher Gegend mit schönem Fluss unbeschwert auf. Im Januar 1945 war die Mutter mit ihren vier Kindern gezwungen zu flüchten. Nach Ankunft in Blumroda fanden sie bei einem Bauern Obdach und Anni Scheibel musste in der Landwirtschaft helfen. Gewöhnt daran war sie schon in der Heimat. Sie besuchte die Schule, arbeitete in einer Gaststätte und zog 1957 nach Borna. 1958 heirateten Anni und Rudolf Scheibel, doch die Hochzeit verlief außergewöhnlich. Direkt am Hochzeitstag brach sie sich bei einem Motorradunfall ein Bein. Geheiratet wurde trotzdem und nach den vielen Jahrzehnten empfinden es Beide noch immer als größtes Glück, sich gegenseitig zu haben. Auch erfüllen sie ihre Kinder Claudia und Frank mit Stolz. Beruflichen Aufgaben ging sie vorerst in der Brikettfabrik Deutzen nach, wechselte 1958 zur Handelsorganisation und blieb dort ein Berufsleben lang. Über eine Vorruhestandsregelung ging sie mit 60 Jahren in Rente. Leicht waren die Jahre davor nicht. Anni Scheibel pflegte ihre Schwiegereltern sowie eine Tante. Auch als Rentnerin nahmen ihr die Hochwasserkatastrophe oder Arztbesuche die Ruhe. Enkelbetreuung wiederum beschert Anstrengung der angenehmsten Art und auch ihren Haushalt führt die junggebliebene Pensionärin allein. Auch Rudolf Scheibel, 1937 geboren, unterstützt Kinder, Enkel und Urenkel, wo er nur kann und alle wissen: „Oma und Opa machen das schon!“ Und sie machen es gern. Rudolf Scheibel arbeitete in der Zentralwerkstatt Regis, an welcher er auch seine Ausbildung absolviert hatte, im Drei-Schicht-System und half seinem Vater nebenbei in der Landwirtschaft. Den Meisterabschluss erhielt er 1976 an der Betriebsakademie und wurde 1992 Vorruheständler. Ein Onkel von ihm lebte in Hannover. Besuche waren den Eheleuten nur einzeln gestattet. So begrüßten sie die deutsche Vereinigung reisten sofort zum ersten Mal in Familie nach Niedersachsen. Viel Zeit verbringt Rudolf Scheibel als früherer Fußballer auf dem Fußballplatz und fachsimpelt mit einstigen Kameraden. Anni Scheibel ist am glücklichsten im Kreise ihrer Familie und ihr wunderschönes Haus mit Gartenhäuschen, Swimming-Pool und vielen anderen Raffinessen genießt das Paar jeden einzelnen Tag.
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