MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

Gesamte Liste anzeigen

Christine Scheuerlein

„Kinder müssen spielen“ (Friedrich Fröbel)

Christine Scheuerlein
Erzieherin

08539 Mehltheuer

1935 in Dresden auf die Welt gekommen, ging es im Krieg (der Vater war gefallen), für Christine mit den beiden Schwestern und der Mutter zur Oma nach Plauen. Doch auch da fielen Bomben, beschädigten die Wohnung, aber der Puppenwagen stand zur Freude der Kinder noch da, nur die Puppe hatte einen Splitter im Kopf. Vieles war sehr schwierig, nach dem Krieg saßen auf den Schulbänken drei statt zwei Mädchen in der Klasse, die zeitweise 39 Schülerinnen hatte. Nach der 8. Klasse war die Schulzeit zu Ende, Christine begann als Vorschülerin in einem Kindergarten mit der Ausbildung. Sie bekam den Platz, weil sie eine der besten beim Eignungstest war, und obwohl ihre Eltern nicht zur Arbeiterklasse zählten. Nach einem Jahr Fachschule in Chemnitz war es notwendig, eine Kindergruppe zu übernehmen, denn es wurden in allen Stadtteilen Kindergärten eröffnet. Der Bedarf war groß, da die Mütter dringend beim Wiederaufbau gebraucht wurden. Doch sie entschied, sich nicht auf Dauer mit halber Ausbildung zu begnügen und konnte ihren Studienplatz an der Fachschule durchsetzen, weil sie sich direkt dort meldete und auf die Empfehlung der zuständigen Behörden verzichtet hatte. Nach dem Examen ging sie wieder nach Plauen und wurde in den umliegenden Dörfern und Gemeinden eingesetzt. Erst in Weischlitz, dann in Mehltheuer, wo sie Leiterin eines kleinen Kindergartens wurde, der ständig erweitert werden musste, weil die jungen Familien gern ihre Kinder in der Einrichtung betreut wissen wollten. Friedrich Fröbels (Begründer der Kindergartenpädagogik im 19. Jahrhundert) Bildungsideal „Kinder müssen spielen“ war ihr Leitbild, die vielen Bemühungen um Klarheit und Erweiterung der Ziele und Inhalte der Vorschulpädagogik fanden großes Interesse bei den Erzieherinnen. Das Leben in der Kindergruppe wurde in enger Verbindung mit der heimatlichen Umwelt gestaltet, und zum Schuleintritt hatte alle gute Voraussetzungen für das Lernen erworben. Als Christine Scheuerlein im Sommer 1990 (nach Rückkehr aus dem Urlaub) erfuhr, dass mit den Umstrukturierungen im Bildungswesen auch Leiterinnen entlassen werden müssen, war dieser Einschnitt hart. Aber die 40-jährige engagierte Arbeit in der Kindergruppe hatte auch viel Kraft gekostet, besonders Probleme mit der Stimme machten die Entscheidung zu gehen leichter.1956 hatte sie geheiratet. Schon früh verwitwet, sind ihre drei Töchter und vier Enkel (mit Schwiegerkindern) der wichtigste Bezugspunkt. Die Sorge um den Garten und Freude an den Arbeiten füllen die Tage. Für die Mußestunden sind Bücher von Goethe bis zu moderner Literatur ihr Lesespektrum, und richtige Entspannung kann sie bei Musik (aus der Klassik, auch Bühnenwerke und oft auch neue Konzerte) finden. Die Freude am Theater ist durch logistische, verkehrstechnische Schwierigkeiten, aber auch wegen stilistischer Eigenwilligkeiten der Theatermacher heute eher gedämpft.
Gesamte Liste anzeigen

  • Der Verlag
  • Gesichter der Regionen
  • VWM-Info
  • Menschen und ihre Gesichter
  • Suche
  • Ihre Empfehlung
  • Unser Anliegen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz