MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Sabina Scheidler
Stark sein ohne hart zu werden
Leiterin des „FAMAGUSTA“
Avenue Charles de Gaulle 31
13469 Berlin
Fon: 030 / 4149884
Internet: www.famagusta.de
Am 14. Januar 1944 kommt Sabina Scheidler in Königsberg/Ostpreußen zur Welt. Ein Jahr später ist die Familie auf der Flucht. Über Rendsburg im Schleswig-Holsteinischen kommt sie schließlich nach Hamburg. Hier erfolgt der Schulbesuch, den sie mit dem Abitur beendet. Eigentlich hat sie den Wunsch, Schauspielerin zu werden, aber ihre große Liebe kam dazwischen. So absolviert sie die Ausbildung zur Diplombibliothekarin. Nach Berlin kommt sie 1964 durch den Ehemann, da der Umzug nach Berlin ihn vom Wehrdienst befreit. Nach einem Praktikum in der Stadtbücherei von Steglitz und der anschließenden Tätigkeit als Bibliothekarin, entschließt sich Sabina Scheidler ein Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft aufzunehmen. Ab 1971 ist sie in der Abteilung Jugendförderung des Stadtbezirks Reinickendorf für den Bereich Kindertheater verantwortlich. 1988 zieht sie nach Hessen, um hier als Sozialarbeiterin im Wetteraukreis zu arbeiten. Gleichzeitig wird sie als Deutschdozentin für Ausländer an einer Volkshochschule tätig. Doch nach acht Jahren zieht es sie zurück nach Berlin und sie findet wieder Anstellung im Bezirksamt Reinickendorf und ist wieder für Kindertheatergruppen zuständig. Nach einem Zypernurlaub vor 15 Jahren kommt Sabina Scheidler auf die Idee, ein Projekt ins Leben zu rufen mit dem Ziel, Menschen verschiedener Herkunftsländer und Kulturen über Kulturarbeit zusammen zu bringen. Und so gründet sie mit einem Häuflein von Idealisten und Träumern, wie sie selbst sagt, das „Famagusta“. Es wird kein leichtes Unterfangen, den Verein zum Laufen zu bringen. Dies kostet viel Kraft und Energie und ein unentwegtes Engagement. Doch mit viel kreativer Eigeninitiative schafft sie es, Theaterprojekte, Ferienworkshops, Ausstellungen für die Galerie, Musikveranstaltungen, ein tägliches Angebot für Kinder gehört ebenfalls dazu, umzusetzen. Da sie ohne jegliche Förderung und Unterstützung auskommt, bedeutet dies, ihr kulturelles Kleinod im Norden Berlins, mit doppelter Kraft voranzubringen. Und mit Recht ist sie stolz darauf, Menschen für das Theater begeistern zu können. Dabei kommt es immer darauf an, über den Weg des Theaters, Vorurteile abzubauen, Toleranz zu erzielen.