MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Juliane Schering

Zwiesprache mit Ton

Juliane Schering
Inhaberin „Töpferei Schering“

Am Teich 6
06889 Lutherstadt Wittenberg
Fon: 03491 / 662569
Fax: 03491 / 662569
Internet: www.toepferei-schering.de
E-Mail: JulianeSchering(at)web.de

Unzählige Male hat Juliane Schering den Augenblick schon erlebt. Doch von seiner Spannung hat er nichts verloren. Wenn sie den Brennofen öffnet und auf die Töpfe, Vasen oder Leuchter blickt. Wenn sie erleichtert und glücklich ist, dass kein Stück Risse zeigt, dass die matte Glasur in einem reinen Grün strahlt… Seit Herbst 1986 ist Juliane Schering selbständig. Für ihre Werkstatt baute sie gemeinsam mit ihren Eltern und ihrem Mann Bernd die Ställe eines alten Bauernhofes aus. Sie installierte einen Brennofen, in dem beim Brennen der Glasuren 1135ºC herrschen. Eigens für diesen Ofen sei ein Starkstromkabel selbst verlegt worden, erzählt sie. Nach der 10. Klasse lernt die gebürtige Magdeburgerin im VEB Keramik Coswig das Töpferhandwerk. Sie bleibt bis 1986, sammelt wertvolle Erfahrungen an der Töpferscheibe Nur aus einem gut zentrierten Tonklumpen werde auch ein gelungenes Gefäß. Eine Töpferin müsse ein Gefühl für den Ton in ihren Händen entwickeln, meint Juliane Schering. Diese Zwiesprache brauche Ruhe und Konzentration. Juliane Schering macht alle Arbeitsgänge selbst. Ton formen, bei 940ºC brennen, glasieren und zum Schluss die Glasuren brennen. Die Töpferin verwendet einheimische Materialien. Ton aus Thüringen, Glasuren aus Meißen. Mit brauner Lehmglasur hat sie begonnen. Jetzt kann sie in vielen Farben gestalten. Ihre Leuchter, Vasen, Glocken und Töpfe sind zeitlos und schön. Darunter viele Unikate, denn Juliane Schering erfüllt auch gern individuelle Kundenwünsche, in Form und Farbe, mit Aufschriften und anderen persönlichen Details. Ihre Gebrauchskeramik sei spülmaschinenfest sowie mikrowellentauglich und die Glasuren lebensmittelecht, betont Juliane Schering. Mehrere Geschäfte in Wittenberg bieten ihre Keramiken an. Auch auf dem "Markt der schönen Dinge" und während der Tage der „offenen Töpferei kann man „Schering-Keramik“ erwerben. Sehr viel verkauft Juliane Schering auf dem Wittenberger Töpfermarkt. Töpfern sei ein altes Handwerk, das Geschick und Kreativität verlange. Auch wer es nicht beherrsche, könne sich ausprobieren, sagt Juliane Schering, beispielsweise zu Kindergeburtstagen, die sie auf Anfrage mitgestaltet oder auch bei der Arbeit mit behinderten Bewohnern des Augustinerwerkes in Wittenberg. Abschalten kann die 45jährige bei Waldspaziergängen mit ihrem Dackel oder beim Pilzesuchen. Und jedes Jahr ist sie bei der Braunsdorfer Fastnacht dabei…
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