MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr.-Ing. Klaus Scheidig
Qualität sichern
Bauingenieur i. R.
Tiergartenstraße 90
01219 Dresden
Obwohl sich Klaus Scheidig von seiner Stelle an der Hochschule vor gut zehn Jahren mit seiner Pensionierung verabschiedet hat, nimmt er immer noch regen Anteil an den Bauvorhaben in der Stadt, ebenso an der Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden. Auf diesem Gebiet hat Dresden aktuell einiges zu bieten. Wer hat die Diskussionen um die Rekonstruktion des Neumarktes mit Frauenkirche oder den Neubau der Waldschlößchenbrücke nicht verfolgt? Doch auch abseits dieser prominenten Debatte liegt längst nicht alles im Reinen. „Ich engagiere mich ehrenamtlich in einer Initiative, die ein neues Konzerthaus für Dresden fordert“, berichtet der Bauingenieur.
Klaus Scheidig wurde 1934 in der traditionsreichen Bergbaustadt Freiberg geboren. Die Schulzeit verbrachte er nach dem Umzug der Familie in Naumburg an der Saale. Nach dem Abitur zog es ihn 1953 an die Technische Hochschule Dresden, was gewissermaßen in der Familie lag: „Mein Vater“, erzählt Klaus Scheidig, „studierte seinerzeit auch schon in Dresden.“
Nach dem Studium spezialisierte sich der Ingenieur auf die Fachrichtung Technologie. Damals war auch die Zeit, in der das Mitteldeutsche Braunkohlerevier neuen Aufschwung bekam. Klaus Scheidig war mit dabei, als südlich von Leipzig die neuen Braunkohlenkraftwerke in Espenhain und Lippendorf errichtet wurden.
1969 ging Herr Scheidig zurück nach Dresden zur Sektion Bauwesen. Er stieg dort in den Lehrbetrieb ein. Er promovierte über Konstruktionstechniken und forschte über die „Einflussnahme und Verbesserung der geometrischen Qualität im Bauwesen“. Von seinem Wirken zeugen Dutzende wissenschaftliche Veröffentlichungen.
Klaus Scheidig blieb in seinem Fachbereich an der TU, bis er 1999 in den verdienten Ruhestand trat. Doch es sind nicht nur die städtebaulichen Vorhaben, die heute seine Aufmerksamkeit gefangen nehmen. Schließlich ist er ein kulturell versierter Zeitgenosse und ein rechter Familienmensch. Das meint nicht nur, dass er sich um seine große Familie mit inzwischen sieben Enkeln kümmert; das bedeutet auch, den Blick zurück nicht zu verlieren. „Es geht eben darum, das eine zu tun und das andere nicht zu lassen“, erklärt Klaus Scheidig seine Philosophie.
Der Vater war ihm stets ein Vorbild; die Sichtung der Familientagebücher ist eine von Klaus Scheidigs großen Leidenschaften. „Ich bin zurzeit damit beschäftigt“, führt er weiter aus, „die Tagebücher meines Vaters, die bewegende Zeitdokumente darstellen, herauszugeben.“