MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Siegfried und Gerlinde Scharon

„Die besten Dinge verdanken wir dem Zufall.“ (Giacomo Casanova)

Siegfried und Gerlinde Scharon

Oranienbaumer Str. 3
06842 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 2160136

Die Eheleute kennen sich schon viele Jahre. Sie besuchten zusammen die Schule, trafen sich im Bäckerladen von Siegfried Scharons Vater wieder. Schräg gegenüber wohnen die beiden heute – im Elternhaus von Gerlinde Scharon (geb. Trau). Bäcker wie der Vater wollte er (geb. 1948) nicht werden. Den Überredungsversuchen hielt er Stand, lernte den Elektriker-Beruf in der PGH „8. Mai“ in Waldersee. Dreißig Jahre blieb er dort tätig, erlebte die Privatisierung der PGH nach der Wende. Die Arbeit blieb dieselbe. „Mein ganzes Leben habe ich Aufzüge, Krane und Hebezeuge repariert“, erzählt er heute und dass er nie Arbeitslosigkeit kennenlernte. In der Firma FIS Bitterfeld erlebte er schließlich das Ende seiner Berufstätigkeit, ging mit 63 Jahren in die Rente. Nach den vielen Jahren der Arbeit in allen Regionen und mit Fahrleistungen von 4500–5000 km im Monat, war es Zeit zur Ruhe zu kommen, dem wachsenden Druck zu entfliehen. Die Söhne Renè (geb. 1972., Maschinen- und Anlagen-Monteur) und Andrè (geb. 1977, Heizungs- und Sanitärinstallateur) haben das Handwerksgen des Vaters geerbt. Renè ist es, der heute Aufträge in den verschiedensten Regionen erfüllt. Nur dass das heute nicht mehr nationale sind: Ihn führen diese in die ganze Welt. Gerlinde Scharon (Hochzeit 1971) erzählt davon und auch, dass der Ort wo sie jetzt mit ihrem Mann lebt, einst der Kolonialwarenladen ihrer Großmutter (später umfunktioniert zur Annahmestelle des Dienstleistungskombinates der DDR) und die Sattlerei ihres Großvaters und Vaters (Sattlerei Trau) war. Sie (geb. 1950) lernte nach Abschluss der 10.Klasse den Beruf Handelskaufmann für Landwirtschaft in der BHG (Bäuerliche Handelsgenossenschaft). Nach Beendigung der Lehre wechselte sie als Sachbearbeiterin in den Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb Dessau, war hier 1970–1993 tätig. Mit der Betriebsschließung in dem letzten Jahr, folgte der Wechsel zum neu erbauten Fleischzentrum Anhalt GmbH in Rodleben. Als Sachbearbeiterin einer Spedition beendete sie schließlich nach 20 Jahren ihre berufliche Tätigkeit. Heute engagieren sie die Scharons im Heimatverein, insbesondere im Festkomitee des jährlich stattfindenden Bauern- und Weihnachtsmarktes. Tausende Besucher erfreuen sich an dem Ergebnis dieser Mitarbeit der Eheleute und die wiederum freut es, dass sich damit die sozialen Kontakte der Menschen nicht auf Treffen im Kaufland und auf dem Friedhof beschränken – wie leider zunehmend fortschreitend: Niemand hat mehr Zeit, wenige interessieren sich für andere, Gemeinschaft geht verloren. „Bei uns geht nichts nach Plan, alles geschieht spontan...hauruck die Waldfee...“, sagt Gerlinde Scharon lachend. Sie sind Familienmenschen. Offen für alles, immer beschäftigt, wollen beide lange gesund bleiben um weiter so freudvoll leben zu können: Die Schlagzeugerin und der Keyboardspieler des einstigen Scharon-Trios, das heute noch in veränderter Besetzung Veranstaltungen umrahmt.
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